Braunschweig 

Hanfbar-Besitzer: "Das war eine Kampfansage!"

Bardia Hatefi steht am Samstagabend vor der geleerten Galerie, wo wenige Stunden vorher noch Hanfblütentee angeboten wurde.
Bardia Hatefi steht am Samstagabend vor der geleerten Galerie, wo wenige Stunden vorher noch Hanfblütentee angeboten wurde.
Foto: privat
  • Polizei konfisziert Tee in neuer Hanfbar.
  • Besitzer ist sauer auf die Staatsanwaltschaft.
  • Es soll aber auf jeden Fall weitergehen.

Braunschweig. "Das war eine Kampfansage gegen die heilende Pflanze und gegen all diejenigen, denen sie hilft!" Hanfbar-Besitzer Bardia Hatefi lässt seinen Frust nach der spontanen Polizei-Durchsuchung seiner Bar im Gespräch mit news38.de raus.

Dass alles so gekommen ist, sei sehr schade: "Das ist ein Affront gegen jeden, der zum Beispiel an Schlaflosigkeit oder Schmerzen leidet und etwa unseren Tee oder unsere Tropfen benötigt!" Immer wieder betont er, dass Hanf vielseitig und gut für die Gesundheit sei.

"Wollen uns ausräuchern"

Bardias Wut richtet sich vor allem gegen die Staatsanwaltschaft Braunschweig: "Die wollen uns austrocken und ausräuchern", sagt der 36-Jährige. Gern hätte er mit der Behörde zusammengearbeitet – "im Kampf gegen diejenigen, die wirklich illegal handeln." Mit der zuständigen Staatsanwältin sei das aber leider bisher nicht möglich gewesen. Im Gegenteil.

Verständnis für Polizei

Die Polizei nimmt Bardia in Schutz: "Die machen nur ihren Job, da hab ich absolut keinen Hass. Wir reichen denen auch die Hände." Dass er und sein Kollege Marcel Kaine den beschlagnahmten Tee schnell wiedersehen, glaubt er nicht. "Das kann ein oder zwei Jahre dauern."

Und: Mit dem Hanfladen soll es weitergehen: "Klar machen wir weiter. Es geht aber nicht um uns, sondern um die Menschen, denen die Nutzpflanze hilft", beteuert Bardia. Aber er betont auch, dass das allein nicht machbar sei.

"Zeit für Empörung"

Für den 36-Jährigen war die Aktion am Samstagabend ein Weckruf. "Es wird Zeit, dass sich möglichst viele Menschen empören", appelliert er. "Nehmt Euch Anwälte und geht gegen das Unrecht vor!" Auch mit Crowdfunding könne man einiges bewegen.

Bilder der Polizei-Aktion:

Hintergrund: Nur wenige Stunden nach der Eröffnung des neuen Hanfladens in der Friedrich-Wilhelm-Straße hatte die Polizei den Laden mit einem Großaufgebot durchsucht. Es war schon die zweite Aktion dieser Art binnen kurzer Zeit.

Die Ermittler glauben, dass hier auch illegal Marihuana verkauft wird. Wahrscheinlich im Laufe des Sonntags will die Polizei sagen, was sie bei der Durchsuchung so alles gefunden hat.