Braunschweig 

Beregnung in der Region: Brauchen die Landwirte mehr Wasser?

Aufgrund der Trockenheit müssen Landwirte in Helmstedt, Peine, Gifhorn und Wolfsburg mit Bewässerungsanlagen nachhelfen.
Aufgrund der Trockenheit müssen Landwirte in Helmstedt, Peine, Gifhorn und Wolfsburg mit Bewässerungsanlagen nachhelfen.
Foto: Henning Kaiser/dpa

Braunschweig. Die anhaltende Trockenheit macht ganz Deutschland zu schaffen - besonders die Felder der Landwirte trifft es hart. Landwirte im Landkreis Mansfeld-Südharz dürfen ab sofort kein Wasser mehr aus Seen oder Flüssen zur Beregnung für ihre Felder beziehen. news38.de hat nachgefragt: Wie sieht es auf den Feldern der Region38 aus?

Laut Landwirt Wilfried Henties aus Ilsede haben Braunschweig, Wolfenbüttel, Salzgitter und Goslar kein Bewässerungsproblem - die Böden bestehen aus Lehm und speichern Wasser deshalb sehr gut. Der Lehm hält das Wasser und die nötigen Nährstoffe in den Wurzeln, sodass die Pflanze immer versorgt ist. "Lehmboden speichert 220 Liter Wasser pro Quadratmeter - Sandboden nur 80 Liter", so Henties.

Diese Felder brauchen Beregnung

Im Nordkreis Helmstedt und Peine sowie in Gifhorn und in Wolfsburg gibt es sandigen Boden, der hingegen beregnet werden muss. Die Landwirte hier bewässern ihre Felder zum Großteil mit Grundwasser, nutzen vorgeklärtes Abwasser oder beziehen das kühle Nass teilweise aus dem Mittellandkanal/Elbe-Seitenlandkanal.

Nur begrenzte Beregung möglich

"Damit die Grundwasserversorgung durch die Beregnung nicht gefährdet ist, legen Experten die zu verbrauchende Wassermenge fest", sagt Henties. "Der Verbrauch ist auf mehrere Jahre umgerechnet, sodass ein Dürre-Jahr kaum ins Gewicht schlägt, wenn - aufgrund von viel Regen - in den Jahren zuvor kaum Grundwasser benötigt wurde."

Beregungsanlagen sich wichtig, aber teuer

"Felder mit Sandboden versteppen, wenn sie nicht mit Beregnungswasser versorgt werden", sagt Horst Schevel, stellvertretender Geschäftsführer des Landvolks Niedersachsen, Kreisverband Gifhorn-Wolfsburg. "Eine Beregung ist allerdings sehr teuer, weil die Energiekosten für elektrische Pumpen oder Dieselaggregate sehr hoch sind. Jeder Landwirt muss deshalb gut überlegen, wo und ob der Wassereinsatz sinnvoll ist."

Die Ernte ist in Gefahr

Derzeit wachsen noch Mais, Kartoffeln, Zwiebeln und Zuckerrüben, die einen hohen Wasserbedarf haben. "Durch die Verdunstung fehlt den Pflanzen Wasser - besonders die Rüben wachsen deshalb nicht so, wie sie sollten", so Henties. Besonders schlimm scheint es in Gifhorn und Wolfsburg zu sein: Schevel zu folge muss mit Ernteeinbußen bis hin zum Totalausfall gerechnet werden - konkrete Angaben sind aber erst nach der Ernte möglich.

Mit einer Wasserknappheit in der Region muss nicht gerechnet werden, da die Talsperren im Harz gut gefüllt sind.