Braunschweig 

AfD-Jugend: Lars Steinke nennt Stauffenberg "Verräter"

AfD-Fraktionsmitarbeiter und Landeschef der Jugendorganisation der Partei, Lars Steinke bezeichnet Stauffenberg als "Verräter" (Archivbild).
AfD-Fraktionsmitarbeiter und Landeschef der Jugendorganisation der Partei, Lars Steinke bezeichnet Stauffenberg als "Verräter" (Archivbild).
Foto: Swen Pförtner/dpa

Hannover. Der niedersächsische Landeschef der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) hat Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg als "Verräter" bezeichnet und stößt damit parteiintern auf Kritik.

"Stauffenberg war ein Verräter", heißt es in dem Facebook-Beitrag von Lars Steinke, der nicht öffentlich einsehbar ist. Steinke bestätigte der "Welt" am Donnerstag, er habe "den Text selbst verfasst und auch selbst auf meiner privaten, nicht öffentlich einsehbaren Facebookseite gepostet".

Auch auf dpa-Anfrage räumte Steinke den Beitrag ein, dieser sei nur von mit ihm befreundeten Facebook-Nutzern zu lesen. Der AfD-Landesvorstand kritisierte den Beitrag "mit Befremden".

Stauffenberg als Feigling?

In dem Facebook-Beitrag heißt es demnach, das gescheiterte Attentat auf Hitler sei "der beschämende Versuch eines Feiglings" gewesen, "die eigene Haut vor dem kommenden Sieger zu retten". Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Stauffenberg vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten und den Zweiten Weltkrieg zu beenden.

AfD distanziert sich

"Der Landesvorstand stellt hierzu klar, dass diese Meinung in all ihrer Absurdität weder die Meinung des Landesvorstandes der AfD-Niedersachsen widerspiegelt, noch die der AfD insgesamt", teilte die Partei mit.

Auch der JA-Bundesvorstand distanzierte sich von Steinke. "Der Text Lars Steinkes widerspricht eklatant den Wertvorstellungen der Jungen Alternative für Deutschland", erklärte JA-Bundeschef Damian Lohr am Donnerstag in einer Mitteilung. Der JA-Vorstand werde mit dem AfD-Vorstand über mögliche Konsequenzen beraten.