Braunschweig 

Dosenfutter & Space Call: Braunschweig funkt mit Astro-Alex

Die Schülerinnen Seline, Joane und Linda probieren Linsen und Spätzle mit Wursteinlage - echtes Weltraumfutter der ESA.
Die Schülerinnen Seline, Joane und Linda probieren Linsen und Spätzle mit Wursteinlage - echtes Weltraumfutter der ESA.

Braunschweig. Astro-Alex nimmt sich so viel Zeit wie möglich. Knapp acht Minuten sind es am Ende. So lange können Kinder aus fünf Schulen der Region dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst am Dienstag Fragen stellen.

Gebannte Stille

Beim zweiten "Space Call" des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig herrscht gebannte Stille, bevor der Funkkontakt zur Internationalen Raumstation (ISS) hergestellt werden kann.

Erst nur Knistern

18 Mal muss DLR-Funker Stefan Lobas das Rufzeichen "DN2DLR" ins Funkkerät sprechen – dann endlich knistert es und Alexander Gerst meldet sich live aus dem Weltraum.

"Ans 'Over' denken"

Insgesamt 13 Kinder bekommen Antworten auf ihre Fragen. Es ist ein Interviewmarathon. Ein "Over" hinter jeder Frage sei wichtig, hat Lobas vorher erklärt. "Dann weiß Alex, dass die Frage zu Ende ist und wir sparen Zeit."

Die Sache mit dem Alter

Über Leons Frage muss Gerst schmunzeln. Angeblich altere man ja langsamer, wenn man die Erde mit hohem Tempo umkreist. "Haben Sie Angst, dass Ihre Partnerin deutlich älter ist, wenn Sie wieder zu Hause sind?" - Die Frage gefalle ihm, lacht der 42-Jährige.

"Zum Glück handelt es sich bei dem Prozess nur um einen Wimpernschlag." Und sowieso sei nicht das Alter wichtig, sondern das, was man im Leben daraus macht. Eine klassische Gerst-Antwort.

Der Space Call im Video:

"Neuerdings auch Internet"

"Gibt es da oben auch WLAN?", fragt die zehnjährige Caroline. "Ja – und seit einer Woche haben wir sogar Internet." Alle schmunzeln. Laut lachen soll man am besten nicht. Kostet ja alles Zeit.

Drehen gegen Übelkeit

Vielen Leuten werde ja beim Autofahren oder auf einem Schiff schlecht, sagt Petros. Der 13-Jährige will von Gerst wissen, ob dieser einen Geheimtipp gegen Bewegungs-Übelkeit gebe. "Wir fangen vor jedem Flug an, uns auf einem Drehstuhl in alle Richtungen zu drehen. Das steigern wir dann täglich." Irgendwann halte man es aus.

Spezielles Mikroskop

Bevor die Funkverbindung abbricht und die ISS weiter in Richtung Osten rast, kann Felix (11) noch schnell seine Frage stellen: "Von welchem Ergebnis Ihrer Experimente sind Sie am meisten beeindruckt?" Gerst sagt, er sei zunächst selbst erstaunt, dass das ISS-Team schon so viel geschafft habe. "Mit einem speziellen Mikroskop können wir zum Beispiel in lebendige Zellen reinschauen. Damit wollen wir bessere Krebsmedikamente finden."

Bilder des Space Calls:

Antwort bleibt aus

Danach gibt es noch den eingeübten kurzen, aber frenetischen Applaus vom Braunschweiger Boden. Gersts Antwort ist nicht mehr zu hören. Macht nichts. Die Erleichterung ist dem DLR-Team anzusehen. Und auch die Schüler sind sichtlich begeistert.

"In Möglichkeiten denken"

Danach holen sie sich noch Unterschriften von dem ehemaligen ESA-Astronauten Gerhard Thiele. Er hatte den gebannt lauschenden Schülern vor dem Space Call von seiner damaligen Mission erzählt und an sie appelliert: "Wir Menschen müssen lernen, in Möglichkeiten zu denken – das wünsche ich mir auch von Euch." Am Ende hatte man das Gefühl, dass die Schüler neben dem aufregenden Weltall-Funk noch sehr viel mehr mit nach Hause nehmen.