Braunschweig 

Flüchtlinge geben Museen neue Impulse 

Ein jugendlicher Flüchtling hält ein Porträt von sich mit einem Passe-Partout in den Händen.
Ein jugendlicher Flüchtling hält ein Porträt von sich mit einem Passe-Partout in den Händen.
Foto: Daniel Karmann/dpa

Hannover/Braunschweig. Die Zuwanderung von Geflüchteten hat den Museen in Niedersachsen und Bremen frische Impulse gegeben. Das im Juli 2017 gestartete Projekt "Neue Heimat in Niedersachsens Museen" sei ein Erfolg und habe die beteiligten Häuser für neue Partner und Publikumsgruppen geöffnet, sagte der Geschäftsführer des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen (MVNB), Heinz Lochmann, anlässlich eines Podiumsgesprächs zu diesem Thema am Donnerstag in Hannover.

Blick zurück

Schon in der Vergangenheit hätten sich die Häuser zum Beispiel mit den Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, mit Arbeitsmigranten und den Boat People beschäftigt. "Die Geschichte geht weiter, und sie ist bunt und vielfältig", betonte Lochmann.

Fünf Pilotmuseen

Das Projekt wird vom Land Niedersachsen gefördert. Dadurch wird die Stelle eines Koordinators beim MVNB finanziert. Zudem konnte in fünf Pilotmuseen Menschen mit Fluchterfahrung ein Museumsvolontariat angeboten werden. "Diese 'Artists in Residence' bringen sich mit spannenden Ideen ein", sagte der Verbandschef.

So entstand etwa im Nordwestdeutschen Museum für Industriekultur in Delmenhorst ein Sprachencafé und ein deutsch-arabisches Radioprogramm. Im Schlossmuseum Jever arbeitet ein syrischer Filmregisseur, dessen Film "Vielen Dank Jever" in der ostfriesischen Stadt bejubelt wurde.

Auch Braunschweig dabei

Zu den Pilot-Museen zählten außerdem das Städtische Museum im südniedersächsischen Einbeck, das Braunschweigische Landesmuseum, die felto-Filzwelt in Soltau, das Bachmann-Museum in Bremervörde sowie das Museum Industriekultur in Osnabrück. Der MVNB vertritt rund 720 Museen in beiden Bundesländern. Für das Folgeprojekt "Museen verbinden Welten" sollen noch mehr Häuser gewonnen werden