Braunschweig 

Circus Krone rückt an - morgen kommen die Tiere

"Tierschutz steht für uns an erster Stelle und im Circus Krone wird rund um die Uhr für das Tierwohl gesorgt", sagt Dompteur Martin Lacey jr.
"Tierschutz steht für uns an erster Stelle und im Circus Krone wird rund um die Uhr für das Tierwohl gesorgt", sagt Dompteur Martin Lacey jr.
Foto: Christoph Schmidt/dpa

Braunschweig. Der Schützenplatz gleicht derzeit einem Wimmelbild – der Circus Krone schlägt sein reisendes Zirkuszelt auf. Am heutigen Dienstag hat das knapp 50-köpfige "Vorkommando" mit dem Aufbau begonnen.

Dutzende Anker werden eingeschlagen, im Laufe des Nachmittags sollen die vier 22 Meter hohen Hauptmasten aufgestellt werden. Ab kommenden Freitag gibt's dann die Jubiläumsshow "Evolution" in dem riesigen Zelt zu sehen.

Am Mittwoch kommen die Tiere, unter anderem Pferde, Elefanten und ein Nashornbulle. Tiere im Zirkus – das müsse man nicht gut finden, sagt Krone-Sprecher Harald Ortlepp im Gespräch mit news38.de. Krone tue alles dafür, dass es den Tieren gut geht.

Freitag Tiere angucken

"Erst das Tier, dann der Mensch. Das ist das Grundgesetz unseres Zirkus", so Ortlepp. Am Premierentag - also Freitag - könnten sich die Braunschweiger vor Ort ein Bild davon machen, wie die Tiere gehalten werden. "Wir laden alle herzlich ein."

Gutes Zeugnis

Das Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus" stellt Krone ein gutes Zeugnis aus. Unter anderem lobt die Gruppe die "großzügigen Freigehege sowie die vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten", die tiermedizinische Betreuung und weist darauf hin, dass die Krone-Tiere oft alt würden – was ja ein Zeichen für gute Lebensbedingungen sei.

"Glückliche Tiere"

Auch Krone-Dompteur Martin Lacey jr hatte sich im Vorfeld an news38.de gewandt. Er meint, dass alle Tiere in menschlicher Obhut grundsätzlich glücklich sein können. Bei Krone hätten die Tiere nur liebevolle Tierlehrer und Tierpfleger sowie Beschäftigungsmöglichkeiten aller Art.

"Keinerlei Wissen"

Anschuldigungen von Tierrechtlern seien "leider mittlerweile alltäglich" geworden, schreibt der Dompteur. Seiner Meinung nach sind sie haltlos: "Es wird demonstriert und gegen etwas gehetzt, obwohl die betreffenden Organisationen und Personen keinerlei Wissen über die Tiere im Circus haben und sich auch nicht informieren lassen."

Drei Mahnwachen

Damit meint er auch die Tierschützer von "Animal Rights Watch" (Ariwa), die mit dem Zirkus hart ins Gericht gehen. Unter anderem planen sie drei Mahnwachen vor dem Schützenplatz. Bei Facebook heißt es, Circus Krone komme zwar mit dem Programm "Evolution" nach Braunschweig; das Unternehmen habe aber offensichtlich nicht verstanden, wofür "Entwicklung" steht.

Andere Beispiele

Im Gegensatz zu Circus Roncalli oder auch dem ältesten schwedischen Cirkus Brazil Jack, die inzwischen auf sämtliche Tierdressuren verzichten, sei Krone "entwicklungstechnisch im letzten Jahrtausend hängengeblieben".

Aus Ariwa-Sicht bedeutet Haltung im Zirkus für die Tiere einen lebenslangen Verzicht auf die Ausübung ihrer natürlichen Verhaltensweisen sowie ständige Transporte auf engstem Raum. "Oft treten durch die Gefangenschaft und quälende Langeweile sichtbare schwere Verhaltensstörungen auf, wie etwa das 'Weben' oder ständiges Hin- und Herlaufen der Tiere", heißt es weiter.

Diese stereotypen Bewegungsabläufe seien keine Zeichen der Freude, sondern krankhafte Leerlauf-Handlungen, wie sie häufig bei verhaltensgestörten Tieren (und Menschen) in Gefangenschaft auftreten.