Braunschweig 

Pflegebedürftige um 700.000 Euro betrogen?

Zwei Frauen sollen Pflegebedürftige um mehr als 700.000 Euro betrogen haben - seit Mittwoch müssen sie sich vor dem Landgericht Braunschweig verantworten (Symbolbild).
Zwei Frauen sollen Pflegebedürftige um mehr als 700.000 Euro betrogen haben - seit Mittwoch müssen sie sich vor dem Landgericht Braunschweig verantworten (Symbolbild).
Foto: Oliver Berg/dpa
  • Prozessauftakt vor Landgericht Braunschweig.
  • Stellung als Betreuerinnen schamlos ausgenutzt?
  • Anklage: Schaden liegt bei über 700.000 Euro.

Braunschweig/Goslar.  Wegen gewerbsmäßiger Untreue im großen Stil müssen sich seit Mittwoch zwei Frauen vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Den beiden 39 und 49 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, Pflegebedürftige um mehr als 700.000 Euro betrogen zu haben. Zum Prozessauftakt verlas die Staatsanwaltschaft die Anklage für mehr als 360 Fälle.

Vermögen anvertraut

Die 39-jährige Hauptangeklagte war laut Staatsanwaltschaft als Betreuerin im Kreis Goslar für die Vermögensverwaltung mehrerer Klienten zuständig. Berufsbetreuer sollen sich im Behördenauftrag um volljährige Menschen kümmern, die ihre Angelegenheiten nicht oder nur eingeschränkt erledigen können.

Die 49-jährige Komplizin soll zudem eine Firma für Pflegedienstleistungen gegründet haben - um Aufträge des abzugreifen.

Geld eines Toten

Laut Anklage wurden Rechnungen für teilweise nicht erbrachte Pflegeleistungen gestellt, die nicht vollständig geleistet worden. Die Hauptangeklagte soll zudem im Namen der Betreuten Haushaltsgegenstände für sich selbst angeschafft und Bargeldauszahlungen an sich veranlasst haben. Außerdem habe sie dafür gesorgt, dass die Immobilie eines Betreuten weit unter Wert verkauft wurde. Sie soll auch veranlasst haben, dass nach dem Tod eines Betreuten rund 370.000 Euro an die mutmaßliche Komplizin ausgezahlt wurden.

Angeklagte nur teilweise prozessfähig

Beim Prozessauftakt kauerte die Hauptangeklagte neben ihrem Verteidiger und ließ sich in einer Pause medizinisch behandeln. Nach Angaben eines Gerichtssprecher ist ihre Verhandlungsfähigkeit eingeschränkt. Auch deshalb ist unklar, ob sie sich zu den Vorwürfen äußert.

Der Prozess soll am nächsten Mittwoch,19. September, fortgesetzt werden.