Braunschweig 

Weiße Kreuze: Schüler erinnern an Kriegskinder

Weiße Kreuze vor dem Schloss: Rund 80 Schüler aus der gesamten Regioonhaben mit ihrer Aktion auf jugendliche Opfer der Kriege der vergangenen 100 Jahre aufmerksam gemacht.
Weiße Kreuze vor dem Schloss: Rund 80 Schüler aus der gesamten Regioonhaben mit ihrer Aktion auf jugendliche Opfer der Kriege der vergangenen 100 Jahre aufmerksam gemacht.
Foto: Brigitte Vetter

Braunschweig. Etwa 80 Schüler aus der Region haben sich auf dem Braunschwieger Schlossplatz aufgestellt, um mit weißen Kreuzen in den Händen eine Weltkugel zu bilden. Die Kreuze stehen symbolisch für 181 Länder, in denen es in den vergangenen 100 Jahren Krieg gab.

Mit der Aktion am Freitagvormittag wollte der Verein Bilmatî e.V. auf das Leid der zahlreichen Kriegskinder aufmerksam machen und so ein Tabuthema ins Gespräch bringen.

Noch vor kurzem standen genau diese Kreuze als Mahnmal am Braunschweiger Ring und haben bei vielen Bürgern für Irritationen gesorgt - nun hat die 12-jährige Schülerin Layla mit einer Rede über die Aktion "100 Jahre Kriegskinder" aufgeklärt: "Jedes Kreuz steht für ein Land, das seit dem 1. Weltkrieg 1918 von Krieg betroffen war. In diesen Ländern sitzen unschuldige Kinder in der Schule und werden einfach bombadiert. Das sind Kinder in meinem Alter. Die Kreuze sollen darauf Aufmerksam machen, damit letztlich alle in Frieden leben können."

Kriegserlebnisse als Tabuthema

Mit der Kunstaktion möchte der Verein auf das Leid von allen Kriegskindern aufmerksam machen - egal ob jung oder alt: "Nach dem 2. Weltkrieg haben die Menschen das Geschehene einfach verdrängt oder darüber geschwiegen. Dabei bestimmte dies ein Großteil ihres Lebens", so Janko Stülten vom Bilmatî e.V.

"Erst die dritte Generation hat nachgefragt und darüber gesprochen. Auch Flüchtlinge von heute sprechen kaum über ihre Kriegserlebnisse. Das Projekt soll auch auf die psychologischen Aspekte aufmerksam machen und zeigen, dass traumatische Erlebnisse sowie das Annehmen von psychologischer Hilfe heute kein Tabuthema mehr sein müssen."

Hier die Bilder vom Schlossplatz:

Diese Aktionen sind geplant

Um die Weltkugel aus Schülern zu bilden hat der Verein verschiedene Schulen angeschrieben - zugesagt hat dann unter anderem das Braunschwieger Wilhelm Gymnasium. Da die bisherigen Aktionen so gut funktioniert haben, möchte der Verein das gesamte Projekt auch in Wolfsburg, Göttingen und Hannover durchführen. In Braunschweig sind noch zwei weitere Aktionen geplant: Zunächst findet die Projekt- und Theatervorstellung "100 Jahre Kriegskind" am 5. Oktober im Roten Saal Braunschweig statt. Anschließend soll es eine Dialogaktion geben, bei der Passanten dem Verein und einem Kriegskind Fragen stellen können - ein Termin steht noch nicht fest.