Braunschweig 

Gebäude der 60er und 70er: Bausünde oder moderne Perle?

Der Braunschweiger Hauptbahnhof in den 60er und 70er.
Der Braunschweiger Hauptbahnhof in den 60er und 70er.
Foto: Heinrich Heidersberger

Braunschweig. Welche Gebäude aus der Region gehören zu den "scheußlichsten Bauten" - das Rathaus Salzgitter oder der Braunschweiger Hauptbahnhof? Vom 13. Oktober bis zum 31. März 2019 stellt das Braunschweigische Landesmuseum genau solche Gebäude zur Diskussion - dabei fragt die Ausstellung "Brutal modern. Bauen und Leben in den 60ern und 70ern" direkt nach der Meinung der Besucher.

Riesige Leinwände

In der Ausstellung werden 20 Gebäude der Region38 auf riesigen Leinwänden vorgestellt, die häufig als hässlich, kalt und seelenlos gelten: "Als Neil Armstrong 1969 den Mond betrat, war das der Höhepunkt des damaligen Fortschritts. Diesen dynamischen Zeitgeist verkörpern auch die Bauten aus den 60er- und 70er-Jahren - sie polarisieren mit ihrer brutalen moderne bis heute", sagt Museumsdirektorin Heike Pöppelmann.

Ist das wertvoll - oder kann es weg?

Der Architekturstil dieser Zeit wird als "Brutalismus" bezeichnet und beschreibt den rohen Beton, aus dem die Gebäude dieser Zeit bestehen. Genau dieser Beton altert - Risse entstehen und die Gebäude werden sanierungsbedürftig. Deshalb kommen Fragen zur Zukunft auf: Soll das Werksgasthaus in Peine umgebaut oder abgerissen werden? Muss die Braunschweiger Stadthalle wirklich unter Denkmalschutz stehen?

Genau darüber können die Besucher diskutieren und am Ende der Ausstellung ihre Meinung auf Klebezetteln äußern.

Moderne Bauten aus der Region

Wohnen in den 60ern und 70ern

Obwohl die Architektur der 60er und 70er im Vordergrund steht, kommt auch das Lebensgefühl der Zeit nicht zu kurz: In der Ausstellung sind vier originalgetreue Zimmer zu finden, die eine damals typische Wohnung darstellen.

Sowohl die Küche als auch das Schlafzimmer waren noch vor Kurzem in Gebrauch - Privatpersonen haben die Einrichtung nach einem Aufruf bereitgestellt. Die Besucher können in den Schränken stöbern und altes Spielzeug oder Bücher neu entdecken. Im Kinderzimmer ist sogar eine Bravo-Zeitschrift versteckt.

Hier einige Bilder zur Ausstellung: