Braunschweig 

Hanfbar: Stadt erlässt Verkaufsverbot

Beamte in Zivil durchsuchten vor knapp einem Monat die Hanfbar in der Friedrich-Wilhelm-Straße - und transportierten Beweismittel ab.
Beamte in Zivil durchsuchten vor knapp einem Monat die Hanfbar in der Friedrich-Wilhelm-Straße - und transportierten Beweismittel ab.
Foto: Ann-Claire Richter/Braunschweiger Zeitung

Braunschweig. Die Stadtverwaltung hat gegen die Hanfbars in der Mühlenpfordtstraße und der Friedrich-Wilhelm-Straße ein Verkaufsverbot erlassen. Wie Rathaussprecher Rainer Keunecke am Montagnachmittag mitteilte, habe man eine "Ordnungsverfügung gegen den Verkauf von Hanfblütentee" erlassen.

Damit sei dem seit Donnerstag, 27. September, in Untersuchungshaft sitzenden Betreiber Marcel Kaine "der Verkauf von losen und unverarbeiteten Cannabisblüten, insbesondere in Form sogenannten Hanfblütentees, mit sofortiger Wirkung untersagt worden", so Keune weiter.

Inhaftierter weiter in Verantwortung

Zwar hat die Justiz den Geschäftsmann Kaine durch die Untersuchungshaft vorläufig aus dem Verkehr gezogen. Weil Mitarbeiter die Geschäfte aber weiterhin offen halten und offenbar auch den Onlinehandel weiterbetreiben, sieht die Stadt ihn nach wie vor in der Verantwortung.

Sollten weiterhin Hanfblütentees verkauft werden, droht die Stadt nun mit einer Zwangsschließung; außerdem will sie dann mit einem Zwangsgeld den Onlinehandel stoppen.

Fotos von der Razzia im Juli

"Öffentliche Sicherheit gefährdet"

In ihrer Verfügung beruft sich die Stadt auf ein LKA-Gutachten nach einer ersten Razzia im Juli in der Mühlenpfordtstraße: Demnach wiesen die meisten Hanfblüten-Proben mehr als 0,2 Prozent des Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) auf. Damit sei der Verkauf strafbar.

"Nach Auffassung der Stadt Braunschweig wie der Braunschweiger Staatsanwaltschaft", so Keunecke weiter, werde "die öffentliche Sicherheit gefährdet".

Am 19. September hatte die Staatsanwaltschaft die insgesamt dritte und vorerst letzte Razzia veranlasst. Während die Justiz Betreiber Kaine und seinem Geschäftspartner Bardia Hatefi Drogenhandel vorhalten, beteuern diese: Alles in ihrem Warenbestand sei legal gewesen