Braunschweig 

Künftig nur noch Blindflug? DLR testet Kabine ohne Fenster

Der DRL testet an Probanden, wie hoch die Akzeptanz gegenüber fensterlosen Flugzeugen ist.
Der DRL testet an Probanden, wie hoch die Akzeptanz gegenüber fensterlosen Flugzeugen ist.
Foto: Brigitte Vetter

Braunschweig. Ein Flugzeug ohne Fenster könnte in der Zukunft Realität werden. Statt der Fenster würden Monitore die Außenansicht zeigen und beim Landeanflug erste Informationen über den Urlaubsort liefern. Ob sich Fluggäste in solch einen Flieger setzen würden, erforscht gerade das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt anhand einer neuen Passagierkabine.

"Die Kabine ist an einem Simulator angebaut, so dass alle Flugbewegungen, wie Start, Landung und Turbulenzen authentisch simuliert werden.

Das Innere gleicht einer echten Kabine, in der 16 Passagiere Platz haben - nur die Fenster haben wir mit Monitoren ausgetauscht", sagt Holger Duda vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik. "Wir wollen, dass die Passagiere sich wie bei einem richtigen Linienflug fühlen, denn nur dann können wir wissenschaftlich relevante Studien durchführen.“

Forschen mit Psychologen

Das DLR hat circa eine Million Euro in die 3,2 Tonnen schwere Kabine investiert - zusammen mit dem dynamischen Simulator wiegt das Ganze ungefähr 10 Tonnen. "Mit 120 Probanden wollen wir ab November erforschen, wie hoch die Akzeptanz gegenüber fensterlosen Flugzeugen ist, und wie sich ein Flug ohne Fenster auf die Flugangst auswirkt", so Duda weiter. "Dafür stehen uns Psychologen zur Seite."

Das sind die Bilder:

Nach der Forschung

An 15 Tagen testet das DLR die Kabine an den Probanden, indem verschiedene Flüge simuliert werden - die Ergebnisse gibt es im Frühjahr. Anhand der Ergebnisse können Fluggesellschaften dann selbst entscheiden, ob sie in Zukunft Flugzeuge ohne Fenster in ihre Flotte aufnehmen.

Zum Vergleich: Ein Airbus A320 wiegt ungefähr 60 Tonnen - ohne Fenster können 500 Kilogramm gespart werden - das wirkt sich nicht nur auf den Spritverbrauch aus, sondern kommt auch der Umwelt zugute.