Braunschweig 

Quereinsteiger in der Kita? Braunschweig zieht Resümee

Quereinsteigerin Dragana Mitrovic-Delic, Quereinsteigerin Maren Plümke, Fachberaterin Catharina Schartau, Quereinsteiger Marcel Qinque und Martin Albinus Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie der Stadt Braunschweig stellen das Programm vor.
Quereinsteigerin Dragana Mitrovic-Delic, Quereinsteigerin Maren Plümke, Fachberaterin Catharina Schartau, Quereinsteiger Marcel Qinque und Martin Albinus Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie der Stadt Braunschweig stellen das Programm vor.
Foto: Lara Hann

Braunschweig. Quereinsteiger als Erzieher im Kindergarten, kann das funktionieren? Das ist eine Frage, die sich Eltern und Betreuer wegen des Fachkräftemangels stellen müssen. Etwa ein Jahr nach der Einführung von "QuiK" zieht Braunschweig ein Resümee.

Quik ist die "Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Verbesserung der Qualität von Kindertagesstätten". Hierdurch wurden vom Land Niedersachsen zusätzliche Stellen in Kitas geschaffen, die von Quereinsteigern besetzt werden. In Braunschweig sind derzeit 51 zusätzliche Betreuungskräfte in Kitas tätig, davon zwölf über den Quereinstieg.

Neue Perspektiven für Kitas

"Quereinsteiger bringen aufgrund ihrer individuellen Berufsbiografien neue Perspektiven in der Betreuungsarbeit ein und ergänzen Erzieher sowie sozialpädagogische Assistenten in der Praxis sehr gut", sagt Martin Albinus Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie der Stadt Braunschweig.

So auch Marcel Qinque. Der 42-Jährige hat neben einem Studium einen bunten Berufsweg hinter sich. "Freunde haben mich dann gefragt, warum ich nicht mit Kindern arbeite, obwohl ich das doch gut kann", erzählt er. Inzwischen arbeitet er als QuiK-Kraft in der Kita Karlstraße. Der Einstieg viel ihm leicht, das Team habe ihn gut aufgenommen. "Nur bei den rechtlichen Hintergründen und pädagogischen Konzepten brauche ich noch Hilfe", erzählt er.

Keine Vorurteile

Das Vorurteil, dass sich vor allem Leute auf solche Stellen bewerben würden, die nicht wissen, was sie sonst machen könnten, können Dagmar Jürges vom Familienzentrum St. Georg und Christine Schumann, Leiterin der Kita Karlstraße nicht bestätigen. "Man merkt sehr schnell, ob die Bewerber passen oder nicht", sagt Schuhmann.

Reich werde man mit dem Job nicht. Daher würden sich auch eher Personen bewerben, die wirklich für die Arbeit brennen.

Weiterbildung im Programm

Zu dem Programm gehört ein 160 Stunden langer Einführungskurs, den die Kräfte machen müssen. Dort werden dann Grundkenntnisse vermittelt. Wer während seiner Zeit in der Kita merkt, dass er sich den Job für immer vorstellen kann, kann neben der Arbeit an der Abendschule seine Ausbildung zum Sozialassistenten machen.

So wie Maren Plümke (41) und Dragana Mitrovic-Delic (40). Die beiden arbeiten im Familienzentrum St. Georg. Maren Plümke war früher Steuerfachangestellte, Dragana Mitrovic-Delic hat Wirtschaft studiert. "Das hier ist der beste Job, den ich je hatte", sagt Mitrovic-Delic. Zurzeit arbeiten sie und ihre Kollegin halbtags. Abends gehen sie dann zur Schule um ihre Ausbildung zu machen. Diese dauert zwei Jahre.

Bewerber gern gesehen

Wie die Chancen stehen danach übernommen zu werden, steht noch nicht fest. "Wir wünschen uns aber ganz klar, dass das Land Niedersachsen Voraussetzungen dafür schafft, die Kräfte zu übernehmen", so Albinus.

Bei den städtischen Trägern sind zur Zeit alle QuiK-Stellen besetzt. "Wir möchten aber trotzdem, dass sich viele Leute, die sich den Beruf des Erziehers vorstellen können, bewerben", so Albinus. Die Fluktuation sei in dem Bereich relativ hoch. Außerdem gebe es bei den freien Trägern noch freie Stellen.

Schwerpunkt Kitas

Eingesetzt werden die Kräfte dann in Kitas, die viele Kinder mit Fluchterfahrung, in Kinder aus Familien in denen vorrangig kein Deutsch gesprochen wird, betreuen.