Braunschweig 

Schon wieder: Nazi-Schmierereien in Braunschweig

Die Fenster des Asta wurden beschmiert.
Die Fenster des Asta wurden beschmiert.
Foto: Bündnis gegen Rechts

Braunschweig. Die Sprüh-Serie in Braunschweig geht weiter: Am Wochenende sind in Uni-Nähe wieder Nazi-Schmierereien aufgetaucht.

Wie das Bündnis gegen Rechts berichtet, sei die Stolperschwelle am Altgebäude der TU mit pinker Farbe beschmiert worden. Sie erinnert an "die Opfer des Nationalsozialismus" an der Hochschule.

Serie geht weiter

Auch eine Gedenktafel am AOK-Gebäude ist Opfer des Vandalismus geworden. Die Tafel erinnert an die Menschen, die dort ab 1933 von der SA inhaftiert und gefoltert wurden. Und auch das Büro das Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (Asta) ist einmal mehr beschmiert worden. Die Worte „#NoHomo“ prangen in pinker Farbe an der Scheibe des Büros.

Im Laufe des Wochenendes sind weiterhin an der "Therme am Wall" die Worte "Nazi Kiez" aufgetaucht.

Schmierereien entfernt

"Wegen einer der Schmierereien ist inzwischen auch eine Anzeige eingegangen", sagt eine Sprecherin der Polizei Braunschweig gegenüber news38.de. Die Ermittlungen laufen noch - weitere Anzeigen und Zeugen habe es bisher nicht gegeben.

Einige der Schmierereien seien inzwischen schon entfernt worden. "Wir wollen so verhindern, dass es Trittbrettfahrer gibt", sagt die Polizeisprecherin.

Bündnis gegen Rechts kritisiert

"Es gibt ja derzeit nur einen sehr kleinen, überschaubaren Kreis von Neonazi-Aktivisten in der Stadt und dazu konkrete Hinweise auf mögliche Täter. Da fragt man sich schon, warum die Polizei über Monate nicht in der Lage ist, der rechten Schmierer habhaft zu werden", sagt David Janzen, Sprecher des Bündnis gegen Rechts.

Das Bündnis habe den Eindruck, dass die Behörden bei der Verfolgung illegalisierter Kräutertees deutlich mehr Elan an den Tag legten, als bei gewalttätigen Neonazis und deren Aktivitäten.

Aggressives Vorgehen

Dass die Neonazis jetzt vermehrt durch solche nächtliche Graffiti-Aktionen in Erscheinung treten, liegt nach Einschätzungen des Bündnis gegen Rechts auch daran, dass sie in Braunschweig bisher sonst kaum Erfolg haben.

Sorge mache dem Bündnis allerdings, dass die Neonazis immer provokativer und aggressiver auftreten und auch nicht vor offen gewalttätigen Drohungen und Einschüchterungsversuchen zurückschreckten: "Das liegt auch daran, dass die kaum Angst haben belangt zu werden, auch weil die ja die Erfahrung gemacht haben, dass sie selbst bei schweren Gewalttaten immer wieder mit einer Bewährungsstrafe davonkommen", so David Janzen.