Braunschweig 

Feuerwehr übt: Das passiert nach einem Chemieunfall

Die Versorgung der Patienten geht fast wie am Fließband.
Die Versorgung der Patienten geht fast wie am Fließband.
Foto: Jörg Koglin
  • Chemieunfall mit vielen Verletzten geübt.
  • Fast 400 Kräfte im Einsatz.
  • Feuerwehr sieht Notfallkonzept bestätigt.

Braunschweig. Großalarm für die Rettungskräfte in Braunschweig: Rund 375 Wehrleute, Ärzte, Sanitäter, Verletzten-Darsteller sowie Übungsbeobachter waren am Samstag bei der mehrstündigen Chemieunfall-Übung beteiligt.

Geheim war's nicht mehr

Wegen der Vielzahl der durch Braunschweig fahrenden Einsatzwagen hatte die Feuerwehr ihre Übung bereits am Freitag angekündigt. Und: Sie wollte dadurch gleichzeitig Werbung für die Warn-App NINA machen, mit der alle Braunschweiger mit installierter App gleich zu Beginn eine entsprechende Meldung auf ihr Smartphone bekamen.

Auf dem Gelände der BS Stadtentwässerung am Biberweg war demnach Schwefelwasserstoff ausgetreten, 18 Personen waren verletzt. Nicht nur der Gefahrstoffzug der Berufsfeuerwehr und der ABC-Zug der Freiwilligen Feuerwehr wurden alarmiert - die Leitstelle der Feuerwehr forderte auch Einheiten zur Dekontamination und zur Versorgung der Verletzten an.

Sogar ein fiktives Klinikum wurde eingerichtet: Nach der Erstversorgung ging's für die Betroffenen ins "Krankenhaus Ölper".

Die Fotos

Funktioniert das Konzept?

"Das Übungsszenario sollte die Einsatzkräfte fordern und zeigen, ob unsere Planungen zu einem solchen Ereignis in der Realität funktionieren", sagte Einsatzleiter André Völzke. Die Antwort nach Abschluss der Übung lautet: Ja.

Auch Feuerwehr-Seelsorger Olaf Engelbrecht zeigte sich begeistert: "Die Kameraden und Kollegen sind gut mit dem zusätzlichen psychologischen Druck umgegangen, der durch die Mitglieder der 'Realistischen Notfalldarstellung Hannover' aufgebaut wurde". Jene nämlich mimten die Verletzten - und waren zuvor entsprechend geschminkt worden.

Und Stadtbrandmeister Ingo Schönbach hob das gute Zusammenwirkung von Feuerwehr und Hilfsorganisationen hervor: So waren auch das DRK, die Johanniter, die Malteser und der ASB im Einsatz.

Freiwillige springen ein

Obwohl Hunderte mit der Übung beschäftigt waren, konnten die Braunschweiger Feuerwehren den normalen Brandschutz in der Stadt weiterhin mit eigenen Kräften absichern. Nach Worten von Einsatzleiter Völzke hatten sich in dieser Zeit zwei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr in Bereitschaft gehalten.