Braunschweig 

Kriminelle Hotspots in Norddeutschland: Polizei benennt 20 Gefahrenorte - Braunschweig schweigt

Dort, wo Kriminalität fast zum Alltag gehört, kann die Polizei sogenannte Gefahrenzonen ausrufen. In Niedersachsen sollen vier Areale dazu gehören, die Polizei will sie jedoch nicht bekannt geben. (Symbolbild)
Dort, wo Kriminalität fast zum Alltag gehört, kann die Polizei sogenannte Gefahrenzonen ausrufen. In Niedersachsen sollen vier Areale dazu gehören, die Polizei will sie jedoch nicht bekannt geben. (Symbolbild)
Foto: Imago/Deutzmann

Die Polizei in Norddeutschland hat länderübergreifend 20 sogenannte gefährliche Orte benannt. Viele Bundesländer legen ihre kriminellen Hotspots offen. Nicht aber Niedersachen. Hier übt man sich im taktischen Schweigen.

Gefahrenzonen in Norddeutschland

Unter Berufung auf Angaben der Behörden berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" über die Zahlen und das Stillschweigen der Niedersachsen. Demnach habe Schleswig-Holstein mit acht Gefahrenzonen das meiste kriminelle Potential. In Hamburg, Bremen und Niedersachsen sind es derzeit jeweils vier Gebiete, in Mecklenburg-Vorpommern kein einziger.

Sonderrechte für Polizei in Gefahrenzonen

In den Gefahrenzonen gelten aufgrund der erhöhten Kriminalitätsrate für Polizeibeamten Sonderrechte. Diese gelten mal länger, mal nur temporär. So darf eine Streife an den entsprechender Stelle etwa Passanten ohne konkreten Verdacht kontrollieren.

Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein legen Gefahrenzonen offen

In Hamburg zählen dazu laut Bericht Teile von St. Pauli und vor allem der Reeperbahn als gefährliche Orte. In Bremen wurde das Gebiet rund um den Hauptbahnhof als Gefahrenzone etikettiert. Hamburg und Bremen legten die Liste auf Anfrage der Zeitung offen. In Schleswig-Holstein würde die Ausweisung entsprechender Gebiete sowieso regelmäßig kommuniziert.

Vier Gefahrenzonen in Niedersachsen

Innenministerium und Polizeibehörden in Niedersachsen wollten die gefährlichen Orte indes nicht näher benennen. Die Polizeidirektion Braunschweig, der gleich zwei gefährliche Orte innewohnen, begründete dies mit Polizeitaktik. Uwe Lietzau aus dem Innenministerium in Hannover betonte dennoch: "Wir haben keine No-Go-Areas in Niedersachsen. Die Bürger können sich sicher fühlen." FDP-Innenpolitiker Jan-Christoph Oetjen forderte die Offenlegung. Die Bürger müssten erfahren, wo sich diese Orte befänden, so der niedersächsische Landtagsabgeordnete. (aj)