Braunschweig 

Warnstreik statt Weihnachts-Einkauf: Verdi will heute und morgen Real-Märkte lahmlegen

Fünf Märkte in der Region38 sollen bestreikt werden (Symbolbild).
Fünf Märkte in der Region38 sollen bestreikt werden (Symbolbild).
Foto: dpa

Braunschweig/Goslar/Helmstedt. Ein Weihnachts-Einkauf im Real-Markt dürfte schwer werden: Die Gewerkschaft Verdi ruft am heutigen Freitag sowie am Samstag zu einem ganztätigen Warnstreik bei Real auf. Demnach sollen die 400 Beschäftigten folgender Filialen die Arbeit niederlegen:

  • Braunschweig: Hamburger Straße 250
  • Braunschweig: Berliner Straße 53
  • Braunschweig: Otto-von-Guerickestraße 2 (Markthalle)
  • Goslar: Gutenbergstraße 2
  • Helmstedt: Werner-von-Siemens-Straße 3

Für Verdi ist das Maß jetzt voll, von Tarifflucht ist die Rede. Die Mitarbeiter hätten jahrelang finanzielle Einschnitte hingenommen, um zur Sanierung des SB-Warenhauses beizutragen, heißt es.

"Tarifflucht darf sich nicht lohnen"

"Jetzt müssen sie erleben, wie sich Real der Tarifbindung mit Verdi vollständig entzieht und gleichzeitig unzumutbare Gehaltskürzungen ausruft", so Verdi-Fachsekretär Eberhard Buschbom-Helmke.

"Tarifflucht darf sich nicht lohnen" heißt die Kundgebung am heutigen Freitag, die um 10 Uhr in Braunschweig auf dem Schlossplatz beginnt. Der Streik in der Region ist Teil einer bundesweiten Welle. Verdi fordert einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten.

Die Tarifflucht des Unternehmens "in den Billig-Tarif der Pseudo-Gewerkschaft DHV" würde Neubeschäftigte vielfach zu Hartz IV-Aufstockern machen und führe direkt in die Altersarmut, prophezeit Buschbom-Helmke deutlich.

Der DHV-Tarif sehe Gehaltskürzungen von bis zu einem Viertel vor. Das Management habe offenbar nur die Personal-Einsparungen im Kopf – und den Verkauf der Märkte, so der Gewerkschaftssekretär. Der Metro-Konzern hatte angekündigt, bundesweit 280 SB-Warenhäuser loswerden zu wollen.