Braunschweig 

Aggressiver Marderhund in Braunschweig – Jäger: "Als Hundehalter würde ich mich fernhalten!"

In Braunschweig sorgt ein Marderhund für Aufsehen. Er verhält sich extrem aggressiv - wohl, weil er krank ist (Archivbild).
In Braunschweig sorgt ein Marderhund für Aufsehen. Er verhält sich extrem aggressiv - wohl, weil er krank ist (Archivbild).
Foto: imago
  • Jagd auf aggressiven Marderhund in Braunschweig.
  • Das wohl kranke Tier ist extrem schwer zu finden.
  • Der Kreisjägermeister mahnt zur Vorsicht.

Braunschweig. Der aggressive Marderhund in Braunschweig ist immer noch unterwegs. "Noch haben wir ihn nicht gesichtet", sagt Kreisjägermeister Ronald Gerstenberg zu news38.de.

Jäger in Braunschweig suchen Marderhund

Dabei habe man direkt nach dem ersten gemeldeten Angriff am vergangenen Donnerstag die Gesuche erweitert, sechs Jäger hätten die Reviere in Querum, Bienrode und Rühme durchkämmt. "Es gestaltet sich schwierig", so Gerstenberg.

Die Aggressivität des einen Tiers lasse sich aller Voraussicht nach dadurch erklären, dass es an Staupe erkrankt ist. Die Viruserkrankung kann nicht auf Menschen übertragen werden, allerdings auf andere Tiere wie Hunde.

"Da hilft auch keine Leine"

"Ganz ehrlich, als Hundehalter würde ich mich fernhalten. Da hilft auch keine Leine, weil der Marderhund ja auch schon angeleinte Hunde angegriffen hat", so die Meinung des Jägers.

Die Braunschweiger Jäger haben es auch erfolglos mit einer Ansitzjagd (Jäger "lauert" auf Hochsitz) versucht – auch nachts, weil Marderhunde eher im Dunkeln aktiv sind. Mit einer Schrotflinte könne man etwa 30 Meter weit schießen, erzählt der Jäger.

"Wir würden jeden gesichteten Marderhund erlegen, weil wir nicht sehen können, ob es das aggressive Tier ist", so Gerstenberg. Zumal auch grad Jagdzeit für Marderhunde sei.

Viele Füchse in Braunschweig haben Staupe

Mehr noch: Auch jeder Fuchs würde erlegt werden, sofern er vor die Flinte läuft. "Er gilt als Überträger der Staupe", sagt Gerstenberg. Diese Viruserkrankung sei bei den Füchsen auch in Braunschweig weit verbreitet, fast 80 Prozent aller Füchse trage die Staupe in sich.

Die Viruserkrankung greift verschiedene Gehirnzellen an – und führt daher zu ganz verschiedenen Reaktionen. "Dass ein Tier sich so aggressiv verhält, hatten wir in Braunschweig so noch nie", erinnert sich Gerstenberg.

Horrorvorstellung: Erkrankter Wolf reagiert aggressiv

Der Jäger blickt durchaus sorgenvoll auf die Staupe. Insbesondere, weil sie ja auch einen Wolf treffen könnte. Und von denen gibt es ja auch in Niedersachsen immer mehr. Sollte ein erkrankter Wolf so reagieren wie jetzt der Marderhund in Braunschweig – das wäre extrem gefährlich.

Die Krankheit kann für das Tier auch tödlich enden, weshalb der Marderhund in Braunschweig womöglich nicht erlegt werden muss. Sollten die Jäger ihn aber treffen, dann käme das Exemplar für weitere Untersuchungen ins Veterinäramt. Zumal laut Gerstenberg ein Minimal-Risiko besteht, dass er doch an Tollwut leidet.

Angriffe auf Menschen und Tiere

Das Tier war bisher zwischen den Schunterwiesen bei Rühme und nördlich von Kralenriede bis zur A2 unterwegs. Der Marderhund griff sowohl Tiere als auch Menschen an.

Wenn Ihr den Marderhund seht, solltet Ihr Euch ihm nicht nähern, sondern möglichst umgehend die Polizei (0531/4760), die Jagdbehörde (0531/4705740) oder den Jagdpächter vor Ort informieren. (ck)