Braunschweig 

Mutter vor den Augen ihrer vier Kinder in Salzgitter erschossen – das ist das Urteil!

Der des Mordes Angeklagte sitzt im Saal des Landgerichts in Braunschweig auf seinem Stuhl. Ende Mai 2018 soll der damals 38-Jährige seine Ex-Freundin vor den Augen der gemeinsamen vier Kinder erschossen haben, nachdem diese das Sorgerecht für die Kinder bekommen hatte.
Der des Mordes Angeklagte sitzt im Saal des Landgerichts in Braunschweig auf seinem Stuhl. Ende Mai 2018 soll der damals 38-Jährige seine Ex-Freundin vor den Augen der gemeinsamen vier Kinder erschossen haben, nachdem diese das Sorgerecht für die Kinder bekommen hatte.
Foto: Peter Steffen/dpa
  • Seine Ex-Freundin bekam das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder.
  • Er nur ein Umgangsrecht.
  • Daraufhin erschießt der 38-Jährige die Frau in Salzgitter.
  • Und muss jetzt lebenslang hinter Gitter.

Braunschweig/Salzgitter. Für einen tödlichen Kopfschuss auf seine Ex-Freundin vor den Augen der vier gemeinsamen Kinder muss ein 38-Jähriger lebenslang ins Gefängnis. Das Landgericht Braunschweig verurteilte ihn am Mittwoch wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen.

Der Mann aus Westerkappeln in NRW soll im Mai 2018 seine frühere Partnerin in Salzgitter erschossen haben, nachdem diese das Sorgerecht für die Kinder bekommen hatte und ihm nur ein Umgangsrecht eingeräumt worden war.

Bundesweit Bestürzung über Mord in Salzgitter

"Das war keine klassische Beziehungstat", sagte Richter Ralf-Michael Polomski in seiner Urteilsbegründung. Das tödliche Ende des jahrelangen Beziehungsstreits hatte im Mai 2018 weit über Salzgitter hinaus Bestürzung ausgelöst.

"Das wirst du noch bereuen"

Nach der Sorgerechtsverhandlung beim Amtsgericht im nordrhein-westfälischen Tecklenburg soll der Beschuldigte seiner ehemaligen Lebensgefährtin auf albanisch zugerufen haben: "Das wirst du noch bereuen". Beide stammen aus dem Kosovo.

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Am Abend fuhr der Mann etwa 200 Kilometer nach Lebenstedt, dem Wohnort seiner Ex-Freundin und deren Familie. Die Tatwaffe hatte er nach Überzeugung des Gerichts vorbereitet im Wagen.

Am Wohnort der Schwiegereltern angekommen, traf er auf im Jägerweg auf seine Ex-Freundin, die vier Kinder und weitere Familienangehörige. Nach Auffassung der Richter zog er direkt die Waffe und schoss der Schwester seiner früheren Freundin in die Hüfte.

Schuss aus kürzester Distanz in den Kopf

Dann soll er sich seiner Ex-Partnerin zugewandt haben. "Du hast das so gewollt", soll er gesagt haben, bevor er ihr aus kürzester Distanz in den Kopf schoss. Die 30-Jährige starb noch am Tatort.

"Der Teufel hat die Mutter getötet"

Ihre Schwester überlebte den Schuss in die Hüfte, ein weiteres Projektil verfehlte den Kopf des Großvaters knapp. "Der Teufel hat die Mutter getötet", soll eines der Kinder voller Verzweiflung gesagt haben.

Staatsanwalt : "Demonstrative Hinrichtung"

Von einer "demonstrativen Hinrichtung" hatte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer am Dienstag gesprochen. Das Opfer hatte nach Überzeugung von Richter Polomski seinen Mut mit dem Leben bezahlt.

Fotos vom Tatort:

Im Prozess war klar geworden, dass sie sich von ihrem sich zunehmend radikalisierenden Mann immer mehr distanziert hatte. Sie war seinen stark religiös geprägten Lebensvorstellungen nicht mehr gefolgt.

Nach der Entscheidung über das Sorgerecht plante der Angeklagte demnach die Tat am Abend. "Es gab keinen Zweifel mehr an der Tötungsabsicht", sagte Richter Polomski.

Keine Chance auf vorzeitige Entlassung

Für ihn handelte es sich um Mord aus niedrigen Beweggründen, weil das Motiv auf "der tiefst möglichen Stufe stand". Das Gericht stellte zudem die besonderen Schwere der Schuld fest. Eine mögliche vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist damit ausgeschlossen.

Kopfschüttelnd und lächelnd

Der Angeklagte nahm das Urteil nahezu regungslos zur Kenntnis und wirkte interessiert an der Begründung. Während des Prozesses hatte er immer wieder kopfschüttelnd und lächelnd auf Vorwürfe reagiert.

"Ein Wort des Bedauerns", vermisste der Richter. Mit dem Schuldspruch folgte das Gericht im Wesentlichen den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenkläger. Der Verteidiger hatte für eine Gesamtstrafe von zehn Jahren plädiert. Gegen das Urteil ist noch Revision möglich. (dpa/ck)