Braunschweig 

Polizeieinsatz bei Fußballturnier in Braunschweig: Spieler streckt Zuschauern den Mittelfinger entgegen – dann geht es drunter und drüber

Ein Mittelfinger sorgte für einen Polizeieinsatz in Braunschweig.
Ein Mittelfinger sorgte für einen Polizeieinsatz in Braunschweig.
Foto: picture alliance / Boris Roessler/dpa

Braunschweig. In Braunschweig hat es bei der Fußball-Hallenmeisterschaft der Alten Herren zu Tumulten gekommen. Im Halbfinale zwischen Lehndorf und Gartenstadt hatte ein 32-jähriger Spieler am Samstagabend eine Strafe bekommen.

Mittelfinger und Bierbecher in Braunschweig

Daraufhin geriet er mit Zuschauern auf der Tribüne in der Halle "Alte Waage" aneinander, die die Polizei schreibt. Zuerst hatte die "Braunschweiger Zeitung" berichtet. Demnach soll der 32-Jährige den Zuschauern den Mittelfinger gezeigt haben.

Zuschauer schlägt Spieler die Lippe blutig

In der Folge entwickelte sich ein Tumult zwischen ungefähr 20 Personen auf der Tribüne. Dabei wurde ein 43-jähriger Spieler aus Broitzem zunächst von einem 44-jährigen Zuschauer beleidigt und kurz darauf von einem 24-Jährigen Besucher ins Gesicht geschlagen. Er erlitt eine blutende Wunde an der Lippe.

Freie Turner gewinnen Turnier in Braunschweig

Als die Polizei eintraf, hatte sich die Lage wieder beruhigt. Dennoch blieben die Beamten vorsichtshalber bis zum Schluss in der Halle. Das Turnier endete mit zwei Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Beleidigung – und mit einem Sieger: Die Freien Turner haben gewonnen.

Lehndorfer TSV nimmt Stellung

Inzwischen hat sich der Lehndorfer TSV zu den Vorkommnissen geäußert. Der Verein schreibt, dass zwar mehrere Akteure an dem Vorfall beteiligt gewesen seien - "der Stein wurde aber von unserer Seite ins Rollen gebracht."

"In unserem Selbstverständnis trifft uns daher die volle Verantwortung für die Geschehnisse", heißt es bei Facebook. Gleichzeitig möchte man auch die anderen Akteure öffentlich in Schutz nehmen.

Hier in den sozialen Medien wurden leider sehr schnell Begrifflichkeiten verwendet und Darstellungen verbreitet, welche einen völlig falschen Eindruck von den Geschehnissen vermittelt haben und auch dem mittlerweile veröffentlichten Polizeibericht widersprechen", schreiben die Lehndorfer.

Abwertende Kommentare in sozialen Medien

Daher habe man auch leider abwertende Kommentare über bestimmte Vereine oder Ethnien lesen müssen: "Etwaige Pauschalisierungen sind nicht mit unseren Werten vereinbar und werden von uns aufs Schärfste zurückgewiesen."

Für ein besseres Miteinander müsse man sein eigenes Verhalten ständig hinterfragen – offline wie online. "Wir Fußballer vom Lehndorfer TSV haben bereits am Samstag damit begonnen und bitten daher aufrichtig bei euch um Entschuldigung." (ms/ck)