Braunschweig 

Hanfbar Braunschweig reagiert auf Anklage: "Wir freuen uns, dass es jetzt endlich losgeht!"

Bardia Hatefi (rechts) und Marcel Kaine wollen weiterkämpfen (Archivbild).
Bardia Hatefi (rechts) und Marcel Kaine wollen weiterkämpfen (Archivbild).
Foto: Philipp Ziebart/BestPixels.de

Braunschweig. Die Hanfbar in Braunschweig bleibt locker und sieht ihrer Anklage relativ entspannt entgegen: "Wir werden das ausfechten", sagt Hanfbar-Betreiber Bardia Hatefi am Freitag im Gespräch mit news38.de.

Anklage gegen Hanfbar-Betreiber aus Braunschweig

Man merke, dass die Staatsanwaltschaften sich zusammenschließen und ihre Argumentationen gleichschalteten. "Aber das macht ja auch Sinn. Ich verstehe das auch. Sonst würden sie sich gegenseitig ja auch nur unglaubwürdig machen", so Bardia.

Auf der Gegenseite sei es jetzt wichtig, dass das Hanf-Business zu einer Einheit werde, insbesondere die Händler und Produzenten. "Wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht, machen wir es den anderen zu einfach."

Zum Prozess sagt Bardia: "Wir freuen uns drauf, dass es jetzt endlich losgeht!" Wobei der Fall ja vorher noch durch ein paar Instanzen müsse. "Aber wir sind auf den Showdown vorbereitet."

Hanfbar bleibt bei ihrer Argumentation

Die Hanfbar sei "sau motiviert" und davon überzeugt, die richtigen Argumente auf ihrer Seite zu haben. Bardia betont dabei, dass die Hanfbar immer bei ihrer Argumentation geblieben sei.

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"Das kann man von der Staatsanwaltschaft Braunschweig nicht behaupten", findet er. Zu oft hätte die Behörde ihre Meinung gewechselt. Von Geradlinigkeit könne da nicht die Rede sein, sagt Bardia.

"Erst hieß es, es gehe um den THC-Gehalt. Dann ging es doch nicht um den THC-Gehalt. Jetzt soll's grundsätzlich verboten sein. Und ob andere Läden den Tee verkaufen dürfen oder nicht - dazu kann man uns immer noch nichts sagen."

Es geht um Cannabidiol - kurz CBD

So oder so: Die Hanfbar und ihre Unterstützer wollen nach wie vor Aufklärungskampagnen zum Thema Cannabidiol (CBD) machen. Zumal man aufpassen müsse, dass die Staatsanwaltschaft mit ihrer "Negativ-Propaganda" keinen Erfolg habe.

Bardia verweist auch noch mal auf den neuesten Bericht der Weltgesundheitsorganisation. Die WHO habe empfohlen, Cannabis von der Liste der gefährlichsten Drogen zu streichen. Und mehr noch: "Außerdem hat die WHO gesagt, dass man auch CBD-Produkte, wenn sie weniger als 0,2 Prozent THC haben, doch bitte in Ruhe lassen soll."

Unerlaubt Handel mit Betäubungsmitteln?

Was war passiert? Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat jetzt Anklage gegen Bardia und seinen Kollegen Marcel Kaine erhoben. Demnach sollen die beiden gewerbsmäßig unerlaubt Handel mit Betäubungsmitteln getrieben haben.

Laut Staatsanwalt Hans Christian Wolters drohen den beiden nicht nur bis zu 15 Jahre Haft, sondern auch die "Abschöpfung" der durch den Verkauf der Waren erzielten Gewinne. Die Staatsanwaltschaft spricht von rund 80.000 Euro.

Zuvor hatte es zwischen beiden Seiten monatelang Streit darüber gegeben, ob die Hanfbar Hanfblütentee verkaufen darf oder nicht – inklusive mehrerer Razzien und Untersuchungshaft für Marcel. Einen Prozesstermin gibt es noch nicht.