Braunschweig 

Tödlicher Flug-Unfall in Braunschweig: Experten legen Zwischenbericht vor

Teile des Flugzeugs landeten auf dem Friedhof in Waggum. 55 Meter weiter starb der erst 15 Jahre junge Pilot. (Archivbild)
Teile des Flugzeugs landeten auf dem Friedhof in Waggum. 55 Meter weiter starb der erst 15 Jahre junge Pilot. (Archivbild)
Foto: Lara Hann
  • Im August starb ein 15-jähriger Flugschüler in Braunschweig.
  • Offenbar klemmte das Ruder seines Segelflugzeugs.
  • Jetzt legen Flugunfall-Experten einen ersten Bericht vor.

Braunschweig. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat einen Zwischenbericht zum tödlichen Flugzeugabsturz in Braunschweig vorgelegt. Dabei war am 11. August 2018 ein 15-jähriger Flugschüler ums Leben gekommen. Er hatte das Segelflugzeug laut BFU zum ersten Mal geflogen.

Die BFU betont, dass es sich bei den neuesten Angaben nicht um den Abschlussbericht handelt und die Unfallursache daher auch explizit nicht genannt wird. Nach jetzigem Stand stelle sich das Unglück folgendermaßen dar:

Braunschweig: Pilot meldet "Ruder klemmt!"

Der Flugschüler war um kurz nach 19 Uhr in Waggum gestartet und hatte nach dem Ausklingen in rund 400 Metern Höhe per Funk gemeldet "Ruder klemmt". Zeugen sahen dann, wie der Segler in eine Schräglage geriet.

Daraufhin forderte der Fluglehrer seinen Schüler vom Boden her per Funk dazu auf, das Flugzeug mit dem Rettungsfallschirm zu verlassen. Der Funkverkehr wurde nicht aufgezeichnet. Der Pilot sprang dann aus einer Höhe von etwa 100 bis 120 Metern ab.

Fallschirm wurde nicht ausgelöst

Sein Fallschirm blieb aber verschlossen – der 15-Jährige prallte auf einen Verkehrsübungsplatz und war auf der Stelle tot. Laut BFU-Untersuchung hatte der junge Pilot die Auslösevorrichtung des Fallschirms nicht betätigt.

Bis zum Unglücksflug hatte der Verstorbene laut BFU 88 Starts hinter sich und eine Gesamtflugerfahrung von mehr als 14 Stunden.

Segelflugzeug stürzt auf Friedhof

Das Segelflugzeug flog laut Zeugen in steil nach unten gerichteter Fluglage und stürzte auf ein Friedhofsgelände. Unter anderem wurde der Cockpitbereich bei dem Absturz bis zur Tragfläche zerstört. Alle Bedienelemente der Steuerung waren abgerissen oder/und verbogen.

Mehr zum Flug-Unglück in Waggum:

Das Flugzeug wurde 1960 hergestellt und hatte 7.945 Starts hinter sich. Es war am Morgen des Unfalltags aufgerüstet worden und vor dem betroffenen Flug dreimal geflogen. Das Flugzeug war mit einem Kollisions-Warngerät ("Flarm") ausgerüstet, das der BFU zur Auswertung zur Verfügung stand. Die Daten wurden noch nicht ausgelesen.

Die Experten der BFU geben am Freitag eine erste Sicherheitsempfehlung heraus. Demnach sollte die Europäische Agentur für Flugsicherheit sicherstellen, dass "Halter der Musterzulassung Verfahren zum Anschluss von Rudern und Klappen dahingehend präzisieren, dass Kontrollen von Ruder- und Klappenanschlüssen auch eine manuelle Prüfung der Funktion der Sicherung beinhalten." (ck)