Braunschweig 

Betreuer betrinkt sich in Braunschweig: Eltern müssen Kinder nachts aus der Jugendherberge abholen

Diesmal waren es nicht die Jugendlichen, die Mist gebaut hatten (Symbolbild).
Diesmal waren es nicht die Jugendlichen, die Mist gebaut hatten (Symbolbild).
Foto: dpa

Braunschweig. Dieser Ausflug einer Sportgruppe endete anders als geplant... In der Nacht auf Sonntag wurden die Eltern von acht Jugendlichen aus Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen aus dem Schlaf geklingelt.

Sie mussten ihre Kinder aus dem rund 300 Kilometer entfernten Braunschweig abholen, wo sie mit ihrem Betreuer in der Jugendherberge untergebracht waren. Es waren aber nicht die Jugendlichen, die Mist gebaut hatten...

Vielmehr hatte sich der 48-jährige Betreuer dermaßen betrunken, dass er nicht mehr in der Lage war, seiner Aufsichtspflicht nachzukommen. Laut Polizei hatte er 2,2 Promille im Atem.

Bis die Eltern der 13 bis 15 Jahre alten Teenager da waren, kümmerte sich der Bereitschaftsdienst des Jugendamts um die Jugendlichen.

Deutsches Jugendherbergswerk distanziert sich

Am Nachmittag hat sich das Deutsche Jugendherbergswerk klar von einer möglichen Verletzung der Aufsichtspflicht distanziert. Gleichzeitig sei aus Sicht der Jugendherberge "keine Auffälligkeiten zu bemerken".

Demnach habe die Sportgruppe am Nachmittag eingecheckt, war am Abend nicht im Haus und kam dann erst zurück, als die Rezeption der Jugendherberge nicht mehr besetzt war – also nach 22 Uhr.

Eine überall ausgehängte Notfall-Telefonnummer sei nicht genutzt worden, sonst hätte der eigene Bereitschaftsdienst zur Verfügung gestanden. (ck)