Braunschweig 

Prozess in Braunschweig: Polizisten mit Waffe bedroht und abgedrückt

Nur mit einem Schuss aus einer Dienstwaffe hatten Polizeibeamte in Schöppenstedt einen bewaffneten Radfahrer stoppen können. Jetzt steht der Mann in Braunschweig vor Gericht (Symbolbild).
Nur mit einem Schuss aus einer Dienstwaffe hatten Polizeibeamte in Schöppenstedt einen bewaffneten Radfahrer stoppen können. Jetzt steht der Mann in Braunschweig vor Gericht (Symbolbild).
Foto: dpa

Braunschweig . Im Prozess um Tötungsversuche gegen zwei Polizisten hat der 57 Jahre alte Angeklagte die Vorwürfe gegen ihn am Freitag bestritten. "Ich wollte mir selbst das Leben nehmen", sagte er zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Braunschweig.

Mann will in Schöppenstedt auf Polizisten schießen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, im September 2018 mehrere Menschen mit einer Waffe bedroht zu haben. Mit einer geladenen Pistole soll er auf die Köpfe zweier Polizisten gezielt und auch abgedrückt haben. Aus der verdreckten Waffe habe sich aber kein Schuss gelöst.

Der Mann aus Wolfenbüttel muss sich nun wegen versuchten Totschlags, Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Als Radfahrer zwischen Bansleben und Schöppenstedt soll er zunächst drei Menschen in einem vorbeifahrenden Autos mit der Waffe bedroht haben. Sie konnten laut Anklage aber fliehen.

Mehr zu dem Fall aus Schöppenstedt:

Als wenig später zwei Polizisten im Berliner Ring eine Anzeige aufnehmen wollten, soll der Beschuldigte eine Waffe auf sie gerichtet haben. Den Beamten sei es mit Pfefferspray gelungen, den Mann zu überwältigen.

Mann hatte Wohnung und Job verloren

In seiner teils wirr wirkenden Aussage, legte der 57-Jährige großen Wert darauf, dass er sich selbst erschießen wollte. Er habe sich die Pistole an die eigene Schläfe gehalten und abgedrückt.

Sein Leben beenden wollte er, weil er seine Wohnung und zuvor auch seinen Job verloren hatte. Ihm tue es leid, wenn er dabei Leute erschreckt haben sollte. Nach eigenen Angaben hatte er vor der Tat mehrere Tage nichts mehr gegessen und viel Alkohol getrunken.

Die genauen Umstände der Tat sollen in dem Prozess geklärt werden, für den drei weitere Verhandlungstage anberaumt sind. Ein psychiatrisches Gutachten über den Beschuldigten soll es auch geben. (dpa/ck)