Braunschweig 

Nach Baustopp am Georg-Eckert-Institut in Braunschweig: Archäologen präsentieren diesen Sensationsfund!

Diese menschlichen Knochen kamen bei Bauarbeiten auf dem Gelände des Georg-Eckert-Instituts in der vergangenen Woche ans Tageslicht.
Diese menschlichen Knochen kamen bei Bauarbeiten auf dem Gelände des Georg-Eckert-Instituts in der vergangenen Woche ans Tageslicht.
Foto: Georg-Eckert-Institut

Braunschweig. Immer noch tummeln sich Archäologen und Historiker gleichermaßen um die Baustelle des Georg-Eckert-Instituts in Braunschweig. Bereits in der vergangenen Woche sind Bauarbeiter dort auf Überreste menschlicher Knochen gestoßen. Jetzt haben Archäologen einen weiteren Sensationsfund gemacht: Sie stießen auf ein Grab mit acht menschlichen Skeletten. Das teilte das Institut am Dienstag mit.

Alles deutet darauf hin, dass die Toten gemeinsam bestattet wurden. Daneben wurde noch ein Schädel eines älteren Mannes gefunden, dessen Kopf verheilte Verletzungen, aber auch einen tödlichen Säbelhieb aufwies.

Sensationsfund in Braunschweig: Archäologen stoßen auf acht menschliche Skelette

"Solche Bestattungen sind typisch für militärische Ereignisse und dafür kommt in diesem Fall vor allem das Gefecht bei Oelper am 1. August 1809 infrage", berichtet Michael Geschwinde, Bezirksarchäologe des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege.

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Und das ist Besondere an dem Grab: Es sieht so aus, als ob es eine direkte Verbindung zu dem historisch bedeutsamen Gefecht bei Oelper in den Befreiungskriegen gegen die napoleonische Besatzung Deutschlands liefert.

+++Baustopp am Georg-Eckert-Institut: Das haben Bauarbeiter gefunden+++

Bei dieser legendären Schlacht war es den Soldaten der "Schwarzen Schar" des Braunschweiger Herzogs Friedrich-Wilhelm gelungen, sich gegen eine mehrfach überlegene französische Armee zu behaupten und am nächsten Morgen nach Norden durchzubrechen, um über Hannover und Elsfleth die in der Wesermündung auf sie wartenden britischen Kriegsschiffe zu erreichen.

"Schwarze Schar" hatte 1809 gegen Napoleons Armee gekämpft

Diese "Schwarze Schar" hatten genau an dem Ort ein Biwak aufgeschlagen, wo das Grab gefunden wurde. Geschwinde hofft nun, dass die weiteren Grabungen Gewissheit über die Herkunft der rätselhaften Toten bringen wird: "Musketenkugeln, vielleicht aber auch Uniformknöpfe oder Schnallen aus Buntmetall könnten den entscheidenden Beweis liefern".

Vor einer Woche hatten die Bauarbeiter Knochen gefunden, die wohl zum Friedhof des ehemaligen Kreuzklosters gehören. Um 1230 wurde das Kloster gestiftet, 1944 ist es im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Bleibt abzuwarten, welche Teile der Braunschweiger Geschichte die Archäologen noch aufdecken werden. (js)