Braunschweig 

Skelett-Fund am Georg-Eckert-Institut in Braunschweig: Archäologen gehen von 300 Toten aus

Acht Skelette liegen in einem in Braunschweig freigelegten Grab - wahrscheinlich handelt es sich um die Knochen acht junger Männer, die 1809 bei der Schlacht von Oelper starben.
Acht Skelette liegen in einem in Braunschweig freigelegten Grab - wahrscheinlich handelt es sich um die Knochen acht junger Männer, die 1809 bei der Schlacht von Oelper starben.
Foto: Jörg Koglin

Braunschweig. Auf dem Gelände des heutigen Georg-Eckert-Instituts in Braunschweig liegen offenbar sehr viel mehr Tote als bisher bekannt. Die Archäologen und Historiker vor Ort gehen davon aus, dass hier bis zu 300 Menschen begraben worden sein könnten.

Skelette in Braunschweig freigelegt

Am Donnerstag haben die Experten über ihren Sensationsfund informiert. Sie vermuten, dass die zuletzt gefundenen Gebeine dort schon mehr als 200 Jahre liegen.

Möglicherweise sind die Menschen beim Gefecht bei Oelper im Jahr 1809 ums Leben gekommen. Dort kämpften damals Soldaten des Braunschweiger Herzogs Friedrich-Wilhelm gegen eine Besatzungsarmee des französischen Kaisers Napoleon.

Gefunden wurden unter anderem die Überreste von acht Männern, die alle in einem Grab beerdigt wurden - auch das deutet auf einen militärischen Hintergrund hin.

Auch Kinder-Knochen gefunden

Auch die Knochen sehen laut der Experten so aus, als wären die Männer nicht allzu alt gewesen, als sie starben. Auch Kinder-Skelette wurden freigelegt, wahrscheinlich handelt es sich um Knochen von Mädchen.

Wahrscheinlich haben die Bauarbeiter den Friedhof des Kreuzklosters aus dem 13. Jahrhundert entdeckt. Weitere Ausgrabungen seien nicht geplant, hieß es.

Bilder vom Fundort:

Vielmehr sollen die sterblichen Überreste noch weiter von Experten untersucht werden. Dann aber - und das ist den Archäologen wichtig - sollen die Gebeine erneut bestattet werden. Ganz ehrwürdig.

Auf der Baustelle des Georg-Eckert-Instituts ruht der Betrieb teilweise. Die Bibliotheks-Bauarbeiten sollen erst dann weitergehen, wenn die Archäologen ihre Arbeit beendet haben und die Menschen bestattet wurden. (ck/jk)