Braunschweig 

Fridays for Future-Demo in Braunschweig: "Politiker müssen endlich mal den Arsch in der Hose haben!"

Hunderte Schüler sind heute auf den Schlossplatz in Braunschweig gekommen. Danach zogen sie einmal durch die Innenstadt.
Hunderte Schüler sind heute auf den Schlossplatz in Braunschweig gekommen. Danach zogen sie einmal durch die Innenstadt.
Foto: Karoline Steinbock

Braunschweig. "Wir sind hier! Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!", schallt es über den Schlossplatz in Braunschweig.

Tausende Schüler gehen am Freitag weltweit bei der "Fridays-for-Future"-Demonstrationen für mehr Klimaschutz auf die Straße. Mehr als 2.000 sind es in Braunschweig. Unterstützt werden die jungen Aktivisten von Studenten, Wissenschaftlern und ihren Eltern.

Braunschweig: Auch Studenten und Wissenschaftler dabei

"Die Anliegen der jungen Demonstranten sind berechtigt", sagt TU-Professor Bernd Engel. Er stand als Vertreter der Bewegung "Scientists for Future" am Rednerpult.

Auch Johannes, Alfred und Lennart, Wissenschaftler vom DLR in Braunschweig, unterstützen die Schüler:" Als Wissenschaftler haben wir einen sensibilisierten Blick auf die Sache", so Johannes. "Wir glauben an Statistiken und die sagen eindeutig, dass es so nicht weitergehen kann."

Louisa Dellert spricht bei "Fridays-for-Future"-Demo

Prominente Unterstützung erhielten die Demonstranten in Braunschweig von Fitness-Bloggerin Louisa Dellert.

"Die Menschheit hat in der Vergangenheit Fehler begangen. Fehler, die noch korrigiert werden können. Die Erde ist unser Zuhause. Also behandeln wir sie auch so", so Dellert.

Auch an die Politik richtete sie deutliche Worte:" Wir fordern, dass die Politik handelt. Dass die Politiker endlich den Arsch in der Hose haben auch mal unbequeme Entscheidungen zu treffen."

Neben Braunschweig fanden heute auch Demonstrationen in Celle, Gifhorn, Peine, Helmstedt, Hildesheim und Wolfsburg statt.

So sah die Demo in Braunschweig aus:

Unterstützung und Kritik

Unterstützung bekommen die Schüler von der Lehrergewerkschaft GEW. "Alle, die für die Klimapolitik verantwortlich sind, täten gut daran, das Belächeln oder Kleinreden der Protestierenden endlich zu beenden", sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth.

Der Philologenverband Niedersachsen hatte die Demonstrationen während der Unterrichtszeiten hingegen scharf kritisiert. Die Umsetzung der Schulpflicht werde auf die Lehrkräfte abgewälzt, während die Politiker auf einer Sympathie-Welle mitsurften, sagte der Vorsitzende des Philologenverbandes Niedersachsen, Horst Audritz. (mit dpa)