Braunschweig 

Heftiger Streit um öffentliche Toiletten: "Geld mit vollen Händen rausschmeißen wollen"

In Braunschweig entwickelt sich ein übler Streit zu den neu geplanten öffentlichen Toiletten in der Stadt. Sind die Kosten für die Kommune zu hoch?
In Braunschweig entwickelt sich ein übler Streit zu den neu geplanten öffentlichen Toiletten in der Stadt. Sind die Kosten für die Kommune zu hoch?
Foto: dpa

Braunschweig. In Braunschweig entwickelt sich aktuell ein handfester Streit über die neu geplanten öffentlichen Toiletten. Die Stadtverwaltung will bis 2020 drei weitere öffentliche Toiletten einrichten.

Die neuen Toiletten sollen am Inselwallpark, am Rande des Westparks und im Kultviertel, in der Nähe des Friedrich-Wilhelm-Platzes entstehen. Eingeplant sind im Haushalt 2019 dafür 735.000 Euro.

Immer wieder hatte die Öffentlichkeit und Politik das Aufstellen weiterer WC-Kuben gefordert. Jetzt sorgen aber gerade die Kosten für einen heftigen Streit unter den Fraktionen. Die CDU wirft ihren Kollegen von SPD und Grünen sogar Verschwendung vor.

Braunschweig: Neuer WC-Kubus sorgt für Debatte

Der WC-Kubus im Inselwallpark soll nördlich von Löbbeckes Insel im Bereich des Ruderclubs entstehen. Im Westpark wird die Toilettenanlage östlich der neuen Sport- und Spielanlage in Nähe zum neuen Grillplatz "Im Ganderhals" aufgestellt. Im Friedrich-Wilhelm-Viertel wird der WC-Kubus voraussichtlich am Wendekreisel am Parkhaus Wallstraße stehen.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Braunschweig: Wolters bringt alkoholfreies Weizen raus – wir verlosen Kästen und Gläser!

Erschreckende Bilanz: Immer mehr Wanderer verunglücken im Harz

• Top-News des Tages:

Todes-Drama im VW-Werk Kassel: Mann von Schaltschrank erschlagen

Drastischer Sparkurs! Eintracht Braunschweig hat sich verzockt

-------------------------------------

Bisher bereits 20 öffentliche Toilettenanlagen

Für die Nutzung sind bisher 2 Cent vorgesehen. In Braunschweig gibt es bereits etwa 20 öffentliche Toilettenanlagen, davon sechs in der Innenstadt. In einigen Fällen, insbesondere in der Nähe zu Marktplätzen in Stadtteilen, werden die Toiletten während der Marktzeiten geöffnet. Bei einigen der bisherigen öffentlichen Toiletten handelt es sich um Urinale.

CDU übt Kritik: "Für 750.000 Euro könnte man mindestens zwei Einfamilienhäuser bauen"

So weit so gut. Die CDU hält nichts von den Plänen zu den öffentlichen Toiletten, sie empfindet sie sogar als "nicht vermittelbar." Der planungspolitische Sprecher der CDU Björn Hinrichs sagt: "Die Errichtung von Toilettenhäuschen gehört zweifelsfrei zu den freiwilligen Leistungen einer Kommune."

An dieser Stelle müsse die CDU deutlich sagen, dass diese vielleicht wünschenswert, jetzt aber politisch nicht vermittelbar seien und mit dieser hohen Investitionssumme in keinem Verhältnis zu ihrem tatsächlichen Nutzen stehen würden.

"Für 750.000 Euro könnte man mindestens zwei Einfamilienhäuser bauen", so Björn Hinrichs (CDU).

CDU kritisiert andere Fraktionen scharf: "Das Geld mit vollen Händen rausschmeißen wollen“

Die CDU kritisiert weiter SPD und Grüne und wirft ihnen Verschwendung vor. "Uns wundert schon, dass SPD und Grüne die Beleuchtung der Finnenbahn im Prinz-Albrecht-Park aus Gründen der Haushaltsoptimierung ablehnen und hier in einem identischen Fall das Geld mit vollen Händen rausschmeißen wollen“, so kritisiert Hinrichs die anderen Fraktionen.

"Fraktionen sollten ihre Haltung zu den Toilettenhäuschen überdenken“

Weiter hätten nun SPD und Grüne die Chance zu zeigen, dass es ihnen ernsthaft um die finanzielle Situation der Stadt Braunschweig gehe, so der Fraktionvorsitzende Thörsten Köster weiter dazu.

"Die beiden Fraktionen sollten ihre Haltung zu den Toilettenhäuschen überdenken“, so Köster abschließend. (mj)