Braunschweig 

Premiere in Braunschweig: Deswegen sattelt die Polizei aufs Fahrrad um

Diese fünf Beamten sind künftig mit dem Rad unterwegs: Karolin Dilling, Mathias Chmela, Ralf Müller, Anneke Wintjen-Miebs und Cornelia Litwora.
Diese fünf Beamten sind künftig mit dem Rad unterwegs: Karolin Dilling, Mathias Chmela, Ralf Müller, Anneke Wintjen-Miebs und Cornelia Litwora.
Foto: Mareike van Gerpen

Braunschweig. Nicht nur zur Fuß, zu Pferd und natürlich mit dem Streifenwagen - seit Montag ist die Polizei Braunschweig auch mit dem Fahrrad im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Am Mittwochnachmittag haben die Beamten in Braunschweig von ihren ersten Eindrücken berichtet und erklärt, welche Idee hinter dem Projekt steckt.

"Das Fahrrad ist das optimale Fortbewegungsmittel in der Innenstadt von Braunschweig. Gerade weil der Anteil der Radfahrer im Stadtverkehr immer weiter steigt, muss auch die Polizei hier mehr Präsenz zeigen", erklärt Axel Werner, Leiter der Polizeiinspektion Braunschweig.

Schwere Fahrradunfälle in Braunschweig

Die Kehrseite der Medaille: Immer mehr Radfahrer seien an schweren Unfällen beteiligt, haben sie oft sogar selbst verursacht. Deshalb werden nun fünf Beamte den gesamten Sommer lang auf Streife "radeln" und den Fahrradverkehr überwachen.

---------------------------------

Mehr aus Braunschweig:

---------------------------------

Ihr Auftrag: Radfahrer direkt ansprechen, Vergehen ahnden und aufklären. Und genau das scheint anzukommen. "Das Feedback der vergangenen zwei Tage ist sehr positiv. Die Bürger sehen uns eher als ihreVerbündeten und begegnen uns auf einer anderen Ebene. Wir sind als Polizisten auf dem Rad 'einer von ihnen' ", erklärt die Beamtin Wintjen-Miebs, die bereits erste Dienste auf dem Zweirad abgeleistet hat.

Maßnahme von Radfahrern gefordert

Schon lange hatten Fahrradverbände die Polizei gebeten, sich an Großstädten wie Hamburg, Köln, oder Berlin ein Beispiel zu nehmen, und eine Fahrradstaffel einzurichten. "Früher hatten wir zwar auch Fahrräder, die von den Kollegen genutzt werden konnten. Ob dies dann auch der Fall war, wurde von jeder Dienststelle eigenständig koordiniert", erklärt Polizeidirektor Jörg Bodendiek. Jetzt sind die Beamten ausschließlich mit dem Rad unterwegs und legen ihr Hauptaugenmerk auf die Radfahrer und deren Bedürfnisse.

Natürlich werde man auch schauen, an welchen Stellen die Verkehrsregelung für Radfahrer noch verbessert werden könnte. Diese Ratschläge sollen dann in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Braunschweig ausgetauscht werden.

Test bis Ende September

Bis zum Ende des Sommers, am 30. September, soll das Projekt jetzt erstmal laufen. Dann wolle man sehen, ob sich die Zahl der Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt sind, verändert hat. Natürlich werde auch das Feedback der Kollegen und der Bürger mit in die Bewertung aufgenommen.

Dann wird geprüft, ob die Fahrradstaffel ein fester Bestandteil der Polizeiarbeit in Braunschweig werden soll.