Braunschweig 

Selbsternannte "Schutzzone" in Braunschweig - so harsch reagiert die Polizei

Die Polizei Braunschweig hat auf eine Aktion in Kralenriede reagiert (Symbolbild).
Die Polizei Braunschweig hat auf eine Aktion in Kralenriede reagiert (Symbolbild).
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Braunschweig. Harsche Töne von der Polizei Braunschweig. Die Beamten haben bei Facebook auf einen Post der selbsternannten "Schutzzone Harz & Heide" reagiert.

Die NPD-Anhänger waren nach eigenen Angaben am vergangenen Wochenende zum ersten Mal mit ihren roten Westen in Kralenriede unterwegs. "Sicherheitsstreife" nennen sie das.

Die selbsternannte "Schutzzone" will nach eigenen Angaben potentielle Verbrechen unterbinden und "im Zweifel eingreifen". Die Bürgerwehr inszeniert sich bei Facebook als wachsam und ansprechbar. Gesichter sind nicht zu sehen.

Für die selbsternannten Aufpasser ist klar: Der Staat hat versagt. Die Rede ist von "Ghetto-Problemen in der Weststadt" und einem "Milieu in der Innenstadt" von Braunschweig. Sicherheitsdefizite gebe es zudem rund um Asylunterkünfte.

Polizei Braunschweig widerspricht "Schutzzone"

Das will die Polizei so nicht stehen lassen: Braunschweig sei eine sichere Großstadt. Polizeichef Axel Werner hatte Braunschweig zuletzt sogar als "sicherste Großstadt Norddeutschlands" bezeichnet.

"Die durch die so genannte 'Schutzzone' aufgestellten Behauptungen entbehren jeder Grundlage. Mit den Behauptungen sollen Bürgerinnen und Bürger gezielt verunsichert werden", heißt es.

Die Polizei Braunschweig sei gut aufgestellt und in allen Stadtteilen präsent. Überall könne man sich sicher fühlen, so die Polizei. Zumal auch die Kriminalität im vergangenen Jahr wieder deutlich gesunken sei.

Tatsächlich gab es 2018 laut Polizei-Statistik weniger Wohnungseinbrüche, Raubüberfälle, Körperverletzungen oder Fahrraddiebstähle. Mord und Totschlag gab es demnach nicht.

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Auch das Innenministerium in Hannover hatte sich zuletzt zu einer "Schutzzonen"-Aktion in Salzgitter geäußert. Allgemein lasse sich sagen, dass die NPD mit ihren Aktionen nur wenig Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Partei sei "nicht in der Lage, den Diskurs in der rechtsextremistischen Szene zu bestimmen“, so das Ministerium gegenüber der "Zeit".

Die Polizei Salzgitter hatte nach der dortigen Aktion angekündigt, mehr Streifen in die Stadt zu schicken – denn niemand habe das Recht, "willkürlich eine so genannte 'Schutzzone' einzurichten. (ck)