Braunschweig 

Diesel-Skandal: Anklage gegen Ex-VW-Chef Winterkorn erhoben!

Nun also doch: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig will im Diesel-Skandal auch Ex-Volkswagen-Chef Winterkorn vor Gericht bringen (Archivbild).
Nun also doch: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig will im Diesel-Skandal auch Ex-Volkswagen-Chef Winterkorn vor Gericht bringen (Archivbild).
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
  • Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Martin Winterkorn.
  • Vier weitere Beschuldigte im Dieselskandal bleiben zunächst anonym.
  • Vorwürfe gegen VW wiegen schwer.

Braunschweig/Wolfsburg. Für Martin Winterkorn wird es ernst. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat im Diesel-Skandal bei Volkswagen Anklage gegen fünf Beschuldigte erhoben - auch gegen den Ex-VW-Chef. Das teilte die Behörde am Montag mit.

"Das Landgericht Braunschweig hat die Anklage am Freitag erhalten und wird jetzt die Klage-Zulassung prüfen", sagte am Montag der zuständige Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einem wichtigen Zwischenschritt.

Die Anklage wirft Winterkorn und den anderen - jeweils als Führungskräften eingestuften Personen - besonders schweren Betrug, Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sowie Untreue, Steuerhinterziehung und mittelbare Falschbeurkundung vor.

Ex-VW-Chef Winterkorn ganz besonders im Fokus

Der Tatzeitraum erstreckt sich auf die Zeit zwischen dem 15. November 2006 und dem 22. September 2015. Winterkorn steht hierbei besonders im Fokus: Laut Anklage habe der Ex-VW-Chef es seit Ende Mai 2014 als "Garant" unterlassen, die Behörden in den USA und Deutschland über den Diesel-Betrug zu informieren.

Außerdem habe Winterkorn sowohl den weiteren Einbau der sogenannten "Abschalteinrichtungen" als auch den Vertrieb der Fahrzeuge mit diesem "defeat device" nicht stoppen lassen. Andernfalls, so die Staatsanwaltschaft, wären die Strafen in den USA und Deutschland deutlich geringer ausgefallen.

Volkswagen mit "nutzlosem Software-Update"

Zudem, so der Vorwurf der Anklage, habe der VW-Konzern - auch mit Wissen und Billigung von Winterkorn - im November 2014 ein Software-Update mit Kosten von 23 Millionen Euro durchgeführt, das nutzlos war und dazu dienen sollte, den wahren Grund für die erhöhten Schadstoffwerte im Normalbetrieb der Fahrzeuge weiterhin zu verschleiern.

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Wer die anderen Beschuldigten sind, will die Behörde nicht preisgeben. Gleichzeitig betont die Staatsanwaltschaft, dass für die fünf Betroffenen bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt.