Braunschweig 

Warnstreik in Braunschweig: Verdi lockt Banker auf die Straße – Filialen teilweise dicht?

In Braunschweig wird damit gerechnet, dass rund 300 Bank-Angestellte in den Warnstreik treten (Archivbild).
In Braunschweig wird damit gerechnet, dass rund 300 Bank-Angestellte in den Warnstreik treten (Archivbild).
Foto: Karoline Steinbock

Braunschweig. Eine Bank-Kunden aus Braunschweig gucken am morgigen Dienstag möglicherweise in die Röhre: Die Gewerkschaft Verdi ruft Bank-Angestellte zum ganztägigen Warnstreik auf. Die Aktion ist Teil einer landesweiten Streikwelle im Zuge der Tarifrunde.

Die Arbeit niederlegen sollen laut Verdi Mitarbeiter der NORD/LB, der Commerzbank sowie der Deutschen Bank. Gestreikt werden soll auch im Raum Hannover und in Bremen.

Bank-Angestellte zum Warnstreik in Braunschweig aufgerufen

"Wir rechnen in Braunschweig mit bis zu 300 Streikenden", so Gewerkschaftssekretär Moritz Braukmüller. Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz soll es einen Demonstrationszug durch die Stadt geben.

Am Ende ist auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz eine Abschlusskundgebung geplant, bei der unter anderen Verdi-Bezirksgeschäftsführer Sebastian Wertmüller sprechen soll.

Das fordert Verdi für die Banker

Was will Verdi überhaupt? Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit rund 200.000 Beschäftigten sechs Prozent mehr Gehalt, die Ausbildungsvergütungen sollen um jeweils 100 Euro steigen. Außerdem solle es sechs bezahlte Entlastungstage pro Jahr sowie einen verbindlichen Anspruch auf Weiterbildungsmaßnahmen geben, findet Verdi.

"Bank-Angestellte sind seit Jahren das Schlusslicht bei der Entwicklung der Tarifgehälter", sagt der für die Finanzwirtschaft zuständige Landesfachbereichsleiter Jörg Reinbrecht. Hier gebe es erheblichen Nachholbedarf.

"Auch in der dritten Verhandlung haben die Bank-Arbeitgeber ihre Blockadehaltung in den Tarifverhandlungen nicht aufgegeben", so Reinbrecht. Sie hatten ein Angebot vorgelegt, das für die Jahre 2019 bis 2021 zu einem Gehaltsplus von einem Prozent pro Jahr führen würde.

Vierte Verhandlungsrunde am kommenden Montag

Alle weiteren Forderungen von Verdi waren nach Gewerkschaftsangaben abgelehnt worden. Die vierte Runde geht dann am kommenden Montag, 20. Mai, über die Bühne.

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Laut Verdi wollen am Dienstag viele Angestellte der NORD/LB auch deshalb die Arbeit niederlegen, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben. "Sie erwarten vom Arbeitgeber, dass dieser mit ver.di in Verhandlungen zu einem Beschäftigungssicherungstarifvertrag eintritt", heißt es.

Warnstreik: Temporäre Filialschließungen drohen

Inwieweit das Alltagsgeschäft der betroffenen Banken eingeschränkt sein wird, ist noch nicht ganz klar. "Es kann zu Terminverlegungen und unter Umständen sogar temporären Filialschließungen kommen. Welche Filialen gegebenenfalls betroffen sein werden, können wir im Moment noch nicht sagen", so eine Sprecherin der Braunschweigischen Landessparkasse (NORD/LB).

Die Commerzbank dagegen rechnet nicht damit, dass sich der Streik auf die Kunden auswirkt. Eine Sprecherin sagte news38.de, dass es entsprechend wohl auch keine Filialschließungen geben wird. (ck)