Braunschweig 

Jasperallee in Braunschweig: Baumschützer legen nach – und wagen einen Vergleich

Die Jasperallee in Braunschweig. Baumschützer wollen verhindern, dass auch die restlichen Ahorne gefällt und ersetzt werden.
Die Jasperallee in Braunschweig. Baumschützer wollen verhindern, dass auch die restlichen Ahorne gefällt und ersetzt werden.
Foto: Christopher Kulling

Braunschweig. In der Debatte um die Neugestaltung der Jasperallee in Braunschweig legen die Baumschützer erneut nach. Die "Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig" betont, dass der Schutz von Menschen vor Unfällen eine sehr hohe Priorität für sie habe – "auch wir wollen keine Bäume, die ein Sicherheitsrisiko darstellen", heißt es in einer Erklärung.

Bäume seien unverzichtbar, aber leider gebe es keine absolute Sicherheit – vor allem angesichts der erschwerten Lebensbedingungen für Bäume wegen des Klimawandels. Bäume in der Stadt litten zusätzlich unter Stress, heißt es.

Baumschützer: Gutachter haben in Braunschweig "grob falsch" gemessen

Der Stadt Braunschweig stellen die Baumschützer erneut ein schlechtes Zeugnis aus. Am Hagenmarkt und an der Jasperallee sei die Standsicherheit der Bäume "grob falsch" gemessen worden.

Daher sei es jetzt auch unter anderem zu dem Unfall gekommen, bei dem eine Radfahrerin leicht verletzt wurde. Dass der Baum umgekippt ist, könne auch an den vorangegangenen Fällungen und den sich daraus neu ergebenen Windverhältissen gelegen haben.

Die Entscheidung der Stadtverwaltung, die noch 34 verbleibenen "sicheren" Ahorne möglichst zeitnah zu fällen, sei unverantwortlich – wegen der Klimakatastrophe sowie des Insekten- und Artensterbens.

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Gleichzeitig würden dadurch auch wieder Menschenleben gefährdet. Man messe mit zweierlei Maß, so der Vorwurf der Bürgerinitiative. Dass der Ahorn bei Sturm umgefallen sei, eine Frau getroffen und verletzt habe, sei der erste Unfall dieser Art in der Jasperallee seit 70 Jahren gewesen.

"Warum passiert jetzt nichts mit den Autos?"

"Daraufhin sollen alle anderen Bäume gefällt werden. Andererseits wurden allein in diesem Jahr schon mehrere Menschen verletzt und sogar getötet, durch Autos. Warum passiert jetzt nichts mit den Autos?", fragen sich die Baumschützer - ohne konkret zu werden.

So oder so brauche es den Königsweg: Fürs Klima und unsere Gesundheit bräuchten wir jeden Baum und jeden Strauch, egal, ob auf städtischem, privatem oder öffentlichem Grund. Gleichzeitig müsse die Stadt Braunschweig für die größtmögliche Sicherheit sorgen.

Gehölzschutz- und Fördersatzung in Braunschweig?

"Außerdem müssen wir als Stadtgesellschaft schnellstmöglich Zehntausende neue Bäume pflanzen, um alte Verluste auszugleichen und um unser Stadtklima im Klimawandel erträglicher zu gestalten", so die Bürgerinitiative. Jeder habe die Pflicht, einen Teil zu einem gesunden Stadtklima beizutragen.

Andererseits solle es Hilfen und Zuschüsse für diejenigen geben, die mit Aufwand und Kosten für Bäume und Grün überfordert seind. Daher wünschen sich die Baumschützer für Braunschweig eine Gehölzschutz- und Fördersatzung. (ck)