Braunschweig 

Braunschweig: Studenten müssen umziehen – Geflüchtete ziehen nach Ölper und in die Nordstadt

Alle Unterkünfte in Braunschweig sind baugleich. Dieses Foto stammt aus Lamme: Der Innenhof in der Mitte des Wohnkomplexes soll Schutz bieten und auch für Veranstaltungen dienen (Archivbild).
Alle Unterkünfte in Braunschweig sind baugleich. Dieses Foto stammt aus Lamme: Der Innenhof in der Mitte des Wohnkomplexes soll Schutz bieten und auch für Veranstaltungen dienen (Archivbild).
Foto: Maleen Bettels

Braunschweig. Die Stadt Braunschweig braucht mehr Platz für Flüchtlinge. Aus dem Rathaus heißt es am Freitag, dass künftig auch die Wohnheime am Biberweg in Ölper sowie an der Mendelssohnstraße in der Nordstadt von Geflüchteten bewohnt werden sollen.

Anders als in den anderen sechs Standorten, hatten hier bis dato keine Flüchtlinge gelebt, sondern Studenten – weil Braunschweig weniger geflüchtete Menschen zugeteilt worden waren als ursprünglich gedacht. Daher hatte die Stadt die Unterkünfte an das Studentenwerk OstNiedersachsen vermietet.

Braunschweig nimmt 432 Menschen auf

Für den Zeitraum September 2018 bis Ende 2019 wurden Braunschweig 432 Menschen zugeteilt, 250 von ihnen sind inzwischen schon hier. "Damit ist die Zahl der tatsächlich zugewiesenen Menschen gegenüber den Monaten vor Mitteilung der neuen Quote deutlich gestiegen", schreibt die Stadt.

Angespannter Markt: Geflüchtete finden kaum Wohnungen

Wegen des angespannten Wohnungsmarktes in der Stadt fänden die Menschen aus den Flüchtlings-Unterkünften keine Wohnung. Sie wohnten also länger in den städtischen Quartieren als geplant, weswegen kein Platz für neue Flüchtlinge frei werde.

Darüber hinaus seien auch ehemals unbegleitete minderjährige Geflüchtete, die ihre stationären Jugendhilfe-Maßnahmen beenden, im Asylverfahren sind oder bei denen das Verfahren abgeschlossen ist, auf einen Platz in den Wohnstandorten angewiesen.

"Zum einen finden sie nur schwer eine eigene Wohnung, zum anderen ist in der Regel eine enge sozialpädagogische Anbindung der jungen Menschen wünschenswert", heißt es aus dem Rathaus.

Braunschweig: Mietverträge laufen aus

In Abstimmung mit dem Studentenwerk seien die Mietverträge gekündigt worden – für Ölper zum 30. September 2019 und für die Nordstadt zum 31. März 2020. Anschließend könnten Geflüchtete einziehen. Vorher plant die Stadtverwaltung jeweils einen Tag der offenen Tür.

Zehn Quadratmeter Wohnfläche

Die Gebäude am Biberweg und an der Mendelssohnstraße verfügen jeweils über 26 Wohneinheiten für zwei, vier oder sechs Personen und sind baugleich zu den anderen sechs Wohnstandorten.

So sehen die Unterkünfte aus:

Wenn die Wohnheime voll belegt sind, stehen jedem Bewohner laut Stadt rechnerisch eine Wohnfläche von zehn Quadratmetern sowie Anteile an der Gemeinschaftsfläche und ein Gartenanteil zur Verfügung.

Das sagt das Studentenwerk

Das Studentenwerk reagiert gelassen auf die Nachricht: Natürlich sei es schade, dass man beide Wohnheime künftig nicht mehr an Studenten vermieten könne, so Geschäftsführer Sönke Nimz.

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"Jedoch war uns von vornherein klar, dass es passieren kann, dass die Standorte für Geflüchtete benötigt werden – entsprechend waren auch die Mietverträge ausgelegt. Den Wegfall der Wohnungen können wir langfristig mit dem Wohnheim am Langen Kamp kompensieren, dessen Bau durch die Stadt gefördert wird", so Nimz. (ck)