Braunschweig 

Braunschweig: Frauen durch Voodoo-Zauber zur Prostitution gezwungen? Das sagt die Angeklagte

Die Frauen sollen unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt worden sein (Symbolbild).
Die Frauen sollen unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt worden sein (Symbolbild).
Foto: Patrick Seeger/dpa

Braunschweig. Im Prozess um Menschenhandel und Zuhälterei am Landgericht Braunschweig hat die Angeklagte eingeräumt, eine Wohnung in Bad Harzburg für Prostitution gemietet zu haben.

Sie habe Frauen aus Nigeria aber nicht zum Anschaffen gezwungen und nichts von psychischem Druck durch Voodoo-Zauber gewusst, ließ die 62-Jährige am Montag über ihre Verteidiger mitteilen. Die Arbeit sei ihrer Ansicht nach freiwillig erfolgt.

Prozess in Braunschweig: Opfer mit Voodoo-Zauber zur Prostitution gezwungen?

Sie habe zudem nicht gewusst, dass die Frauen zuvor unter falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt worden waren und keine Papiere hatten.

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Zum Verhandlungsauftakt räumte die Beschuldigte auch ein, dass die Frauen die Hälfte ihres Stundenlohns für Miete, Essen und Werbung an sie abgeben mussten. Die Opfer, die als Nebenklägerinnen in dem Prozess auftreten, sollen laut Anklage im Juni 2017 bei einem Stundenlohn von 80 und 100 Euro zur Prostitution gezwungen worden sein. Die Frauen wurden bei einer Polizeikontrolle in der Wohnung entdeckt.

Sie sollen zuvor auch mit einem Voodoo-Zauber zur Prostitution gezwungen worden sein. Dabei mussten sie laut Anklage einen Schwur leisten, der sie zur Rückzahlung von Schulden verpflichtet. Sollten sie diesem nicht nachkommen, drohe ihnen oder Familienangehörigen der Tod. Für den Prozess sind vier Verhandlungstermine angesetzt, das Urteil könnte am 11. Juni gesprochen werden. (dpa)