Braunschweig 

Neonazis aus Braunschweig feiern Lübcke-Attentäter – und lösen ihre Gruppe auf

Eine Neonazi-Gruppe aus Braunschweig sorgt erst für einen Skandal - und löst sich dann auf (Symbolbild).
Eine Neonazi-Gruppe aus Braunschweig sorgt erst für einen Skandal - und löst sich dann auf (Symbolbild).
Foto: dpa

Braunschweig. Die rechtsextreme Szene feiert im Netz die Ermordung des hessischen CDU-Politikers Walter Lübcke – auch Neonazis aus Braunschweig mischen mit.

Ein Braunschweiger Neonazi solidarisiert sich in einem Posting mit dem mutmaßlichen Todesschützen "Grüße an den Bruder in Haft" – gefolgt von rechtsextremen Mordphantasien: "Es wird geschehen, der Tag ist nicht mehr fern. Da werden all die hohen Herrn gehangen an die Latern'."

Neonazi aus Braunschweig droht bei Instagram

Von einem weiteren Neonazi aus Braunschweig hieß es bei Instagram: "Heute Walter, morgen Janzen" – eine offene Anspielung auf Walter Lübcke und mutmaßlich auch auf den Braunschweiger "Bündnis gegen Rechts"-Sprecher David Janzen. Der 47-Jährige lässt sich davon nicht einschüchtern: "Das wäre genau das, was diese Leute wollen", sagte Janzen dem NDR.

Auch die Polizei Braunschweig appelliert, derartigen Postings keine Beachtung zu schenken, um den Neonazis die Plattform zu entziehen. Dennoch: Mit den Hass-Postings nach dem Lübcke-Mord könnten die Neonazis der Gruppierung "Adrenalin BS" einen Schritt zu weit gegangen sein.

"Adrenalin BS" gibt Auflösung bekannt

Womöglich ist auch das einer der Gründe dafür, warum die Gruppe am Mittwochabend ihre Auflösung bekanntgab. "Bedauerlicherweise sehen wir uns gezwungen unsere Gruppenaktivitäten endgültig einzustellen", hieß es. Konkrete Gründe werden nicht genannt.

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Man werde aber weiterhin "politisch aktiv" und "Freunde und Brüder bis zum letzten Tropfen Blut" bleiben. "Der Kampf um Braunschweig, der Kampf um Deutschland ist noch lange nicht beendet", heißt es in der Stellungnahme.

"Adrenalin BS" wird auch im Verfassungsschutzbericht erwähnt: "Die Angehörigen dieser Gruppierung traten bereits in der Vergangenheit als rechtsextremistische Gewalttäter in Erscheinung. In den sozialen Medien präsentieren sie sich als Kampfsportler, die ganz bewusst die Konfrontation mit Angehörigen der Antifa suchen", heißt es da.

Braunschweig: Drohungen und Gewalt von rechts

Unter anderem hatten die Neonazis den Braunschweiger Ratsherrn Peter Rosenbaum bedroht ("Wir hängen nicht nur Plakate auf").

Ein Mitglied der Gruppe hatte außerdem einen Schüler an der Neuen Oberschule brutal zusammengeschlagen.