Braunschweig 

„Braunschweig Nazistadt?“: Neonazis greifen Bürger an – Aussteiger packt aus

Das NDR-Magazin "Panorama 3" geht der provokativen Frage nach "Braunschweig Nazistadt?". (Symbolbild)
Das NDR-Magazin "Panorama 3" geht der provokativen Frage nach "Braunschweig Nazistadt?". (Symbolbild)
Foto: dpa

Braunschweig. Ein stadtbekannter Neonazi aus Braunschweig sorgt aktuell für Aufsehen. Sein Instagram-Video kursiert im Netz. Er schreit in seiner Instagram-Story: „Braunschweig Nazistadt.“ Im Video jagt der schwarz gekleidete Neonazi zusammen mit einer jungen Frau hinter einem fremden Mann her und schreit ihn ohne ersichtlichen Grund wütend an. „Ich will mich schlagen. Ey bleib stehen, du Atze, ich mach doch nichts.“ Alle Beteiligten sind nur von hinten zu sehen.

Die Situation wirkt bedrohlich und aggressiv. Wie eine Hetzjagd. Ein weiterer Braunschweiger Neonazi droht Politikern unverhohlen in seinen Instragram-Videos. Nach dem mutmaßlichen Mord am hessischen Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) ist die Gesellschaft nicht nur in Braunschweig für dieses Form der Gewalt sensibilisiert.

Beweisen die Videos, dass sich die Neonazi-Szene in Braunschweig weiter stark radikalisiert?

Braunschweig: Neonazi jagt hinter Bürgern her und schockiert mit Aggressivität

Das NDR-Magazin: „Panorama 3“ zeigt in einem aktuellen Beitrag das beunruhigende Instagram-Video im Fernsehen. In der Sendung kommt auch ein Aussteiger zu Wort, der sagt, was an den provokativen und aggressiven Aussagen des Neonazis dran ist und ob Braunschweig ein größeres Problem mit Neonazis hat, als noch in den vergangenen Jahren.

Schon mehrfach wurden Bürger von Neonazis attackiert und mitten auf der Straße verletzt. Genannt werden hierbei oft die Namen zweier stadtbekannter Nazis: Pierre B. und Lasse R.

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Erhöhen die Nazis Lasse R. und Pierre B. die Qualität der Gewalt in Braunschweig?

Seit 2015 stechen die beiden aus der Braunschweiger Nazi-Szene hervor. Sie haben die Gruppe: „Adrenalin Braunschweig“ angeführt. Sie selbst bezeichneten die Gruppe als Kampf-und Sportgemeinschaft mit rund einem Dutzend Mitgliedern. Mittlerweile hat sie sich aufgelöst. In Youtube-Videos der Gruppe zeigen sich die Teilnehmer aggressiv und gewaltbereit. Beide haben bereits in einem Video das mutmaßliche Mordopfer rechter Gewalt Walter Lübcke verhöhnt. <<Hier mehr dazu lesen>>

Aussteiger Maximilian Kelm kennt die Braunschweiger Nazi-Szene haargenau. Er erkennt eine bedrohliche Entwicklung und eine neue Qualität der Gewalt.

„Komplett neues Gewaltlevel mit reingebracht“

„Sie haben ein komplett neues Gewaltlevel mit reingebracht und das Auftreten nach Außen wurde markanter und direkter. Man hat sich nicht mehr gescheut eine Flyer- oder Banneraktion zu hissen“, so der Aussteiger über Lasse R. und Pierre B. Die Gewaltbereitschaft habe eindeutig zugenommen.

Auch die Polizei ist sensibilisiert und sagt: „Wir sehen sehr wohl unsere rechte Szene und wir dulden keine rechtsfreien Räume in Braunschweig“, so Stefan Weinmeister von der Polizei Braunschweig gegenüber dem NDR deutlich.

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Wenn es zu Straftaten komme, sei man vor Ort und nehme die Taten ernst. (mj)