Braunschweig 

Im Test: Was kann der neue Kino-Saal im C1 in Braunschweig wirklich?

Die neuen Sitze im Saal 8.
Die neuen Sitze im Saal 8.
Foto: Alina Brückner

Braunschweig. Wenn ich nicht wüsste, dass ich in einem Kinosaal in Braunschweig sitze, könnte ich fast glauben, dass ich bei einem Konzert von Queen bin. Im Londoner Wembley-Stadion. Im Jahr 1985 bei Live Aid. Wenn ich die Augen schließe, fühlt es sich auch so an. Denn der Sound hat Live-Charakter. Quasi 4D. Oder, wie Hans-Joachim Flebbe, Inhaber des Kinos C1 sagt: „3D für die Ohren“.

Aber ich bin nicht im Londoner Wembley-Stadion und auch nicht im Jahr 1985, sondern im Saal 8 im C1 in Braunschweig. Dort durften Pressevertreter am Mittwoch schon einmal die Luft des großen Saales schnuppern, bevor er dann am Donnerstag offiziell die Türen öffnet.

Braunschweig: Im Kino zukünftig die Füße hochlegen? Kein Problem

Als wir reinkommen, stehen noch Gerüste neben der Kinoleinwand, auch ein Vorhang ist noch nicht da - das soll am Donnerstag aber alles anders sein. Alles riecht neu, ein bisschen wie im Möbelgeschäft. An den Wänden hängen überall Lautsprecher, die für ein einzigartiges Sounderlebnis sorgen sollen.

Wir nehmen auf den Ledersesseln im Logenbereich Platz. Rechts am Sitz befindet sich ein Schalter, damit kann der Kinobesucher das elektrische Fußteil hochfahren. Und schon liegt man quasi im Kino - zumindest im Logenbereich. In den anderen Reihen ist es möglich, die Rückenlehnen nach hinten auszufahren.

7,5 bis 8 Millionen Euro werden in das Kino investiert

Zu Beginn gibt es einige einleitende Worte zu dem Saal, in den rund 1,5 Millionen Euro geflossen sind. Insgesamt, so verrät Flebbe, wird das Kino für 7,5 bis 8 Millionen Euro aufgepeppt. „Man kann entweder resignieren - oder aber man greift an“, sagt er in Bezug auf die Situation der Kinos.

Denn die hätten in letzter Zeit - nicht zuletzt wegen der Streamingdienste - zu kämpfen. Das belegen auch die Zahlen. Gegenüber 2017 verzeichnete die Branche einen Zuschauerschwund von mehr als 20 Prozent. Das C1 hat mit einem Minus von knapp 17 Prozent sogar noch vergleichsweise gut abgeschnitten, sagte Kino-Chef Frank Oppermann vor einiger Zeit gegenüber szene38.de.

Um die Neugestaltung zu beginnen, hat das Kino im vergangenen Jahr übrigens einen großen Flohmarkt veranstaltet. Wie das war, liest du hier.

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Flebbe: Liebe zum Kino wieder neu entfachen

Flebbe aber ist positiv gestimmt: Die Hoffnung sei da, bei den Braunschweigern die Liebe zum Kino wieder zu entfachen. Eben durch ein neues Soundsystem, durch neuen Komfort und auch durch neuen Service. Und das soll laut Oppermann auch gar nicht so viel mehr kosten. Für die Logenplätze, zu denen dann auch der Service am Platz gehört, zahle man im Schnitt zwischen 11 und 15 Euro, je nachdem, ob es in 2D oder 3D ist.

Zukünftig will das Kino, so erzählt Oppermann weiter, auch kalte Küche anbieten. Dazu gehören zum Beispiel Brownies mit Popcorn oder Häppchen mit Lachs. Man sei aber noch in der Probierphase. Wir dürfen die Snacks vorab schon einmal testen. So viel sei verraten: Mein Kollege und ich sind Fans der Brownies.

Die Fakten

  • gestochen scharfes Bild durch eine 4K-Doppelprojektion
  • 3D-Sound mit dem Soundsystem Dolby Atmos
  • Reihenabstände von 1.20 Meter auf 1.80 Meter vergrößert
  • 650 Sitzplätze reduziert auf 450 Plätze
  • Lichttechnik - soll Lichtshow ermöglichen

Was sich aber in der Praxis bewähre, müsse sich zukünftig noch zeigen. Genau so, ob die Millionen-Investition am Ende den gewünschten Erfolg bringt und ob die Braunschweiger wieder mehr ins Kino gehen, wenn der Besuch zum Erlebnis wird.