Braunschweig 

Mutter klagt an: "In Braunschweig gibt es kaum kinderfreundliche Restaurants" – ein Gastronom kontert

Eine Mutter aus dem Landkreis Peine findet, dass Braunschweigs Bars, Restaurants und Cafés nicht kinderfreundlich sind. Ein Gastronom sieht das ganz anders. (Symbolbild)
Eine Mutter aus dem Landkreis Peine findet, dass Braunschweigs Bars, Restaurants und Cafés nicht kinderfreundlich sind. Ein Gastronom sieht das ganz anders. (Symbolbild)
Foto: imago images / Westend61
  • Kann man mit Kindern in Braunschweig nicht ins Restaurant gehen?
  • Eine junge Mama empfindet die Gastro-Szene hier als kinderunfreundlich.
  • Ein Gastronom widerspricht ihr.

Braunschweig. Wie kinderfreundlich sind die Cafés und Restaurants in Braunschweig? Gar nicht, findet eine Mutter aus dem Landkreis Peine. Die 32-Jährige ist oft mit ihrer vier Monate alten Tochter in der Braunschweiger Gastro-Szene unterwegs.

Nach unzähligen Negativ-Erlebnissen hat sie sich an uns gewandt. Im Gespräch mit news38.de spricht sie über Rauswürfe, genervte Blicke, blöde Sprüche und räumliche Hürden, die junge Eltern erleben müssten.

Allein mit einem Kinderwagen in ein Restaurant reinzukommen, sei in Braunschweig schon schwer. Die Platzwahl gestalte sich oft schwierig und die anderen Gäste guckten genervt – nach dem Motto "Oh nein, da kommt ein Baby".

Recht und den Raum für junge Familien

Dabei kann die 32-Jährige verstehen, wenn Restaurants von vornherein sagen, dass Kinder nicht willkommen sind: Dann wisse man gleich, woran man ist. "Dann gehe ich da auch nicht rein. Ich muss halt nur als Ausgleich ein Restaurant haben, das kinderfreundlich ist", sagt die Mama. Sie und ihr Mann wollten ja keinem älteren Ehepaar den romantischen Abend verderben, aber als junge Familie müsse man auch das Recht und den Raum bekommen.

+++ Café sperrt kleine Kinder aus: "Jetz mal ehrlich – es reicht" +++

In Braunschweig werde man mit Kleinkind oft richtig "abgefertigt", erzählt sie. "Die Kellner achten darauf, dass man nicht so lange bleibt. Spätestens, wenn das Kind quengelt, wird darauf geschaut, ob die Teller leer sind, so dass man abräumen kann", so die 32-Jährige.

"Man wird nicht gefragt, ob man noch einen Nachtisch haben oder noch etwas trinken möchte. Das finde ich sehr schade, Babys beruhigen sich ja wieder. Eigentlich ist das doch alles kein Problem", findet die Mutter. Sie und ihre kleine Tochter seien auch schon rausgeworfen worden: "Die Kellnerin meinte, es sei besser, wenn wir jetzt gehen."

Erfahrungen wie diese habe sie in Braunschweig schon oft gemacht – aber auch in anderen Städten. Da sei sie auch nicht allein – "Eltern aus meinem Freundeskreis erleben das genauso." Sie habe Freundinnen, die gar keine Restaurants oder Cafés mehr besuchen, weil es nicht möglich sei, Kinder dort zu versorgen. "Einige haben wirklich schon Angst, mit ihren Kindern in die Öffentlichkeit zu gehen."

Öffentlich Stillen - immer noch nicht gesellschaftsfähig?

Und wie sieht es mit Stillen aus? Das sei offenbar immer noch nicht gesellschaftsfähig, so empfindet es die Mama aus dem Kreis Peine. "In einem Burgerladen in Braunschweig wollte ich meine Kleine unterm Tuch stillen. Das wollte der Kellner nicht und hat gesagt, ich solle das doch bitte auf dem Klo machen."

An sich sei das ja kein Problem, aber anstatt etwa auf einem Behinderten-WC auf einem Stuhl stillen zu können müsse man auf einem Klo sitzend stillen: "Das kann doch irgendwie nicht sein", findet die 32-Jährige. Auch Wickelmöglichkeiten gibt es ihrer Aussage zufolge in Braunschweiger Restaurants kaum.

"Wir verlangen ja noch nicht mal einen Wickelraum", sagt sie. "Es wäre vielleicht einfach nur schön, wenn man zum Beispiel einen größeren WC-Raum nutzen könnte, etwa mit einem klappbaren Tisch zum Wickeln."

Gastronom aus Braunschweig sieht es ganz anders

news38.de hat in der vergangenen Woche vier von der Mutter kritisierte Gastronomen aus Braunschweig mit den Aussagen konfrontiert. Nur einer hat bislang geantwortet. Für ihn sind die Vorwürfe haltlos.

"Die Eltern sind eher das Problem als die Kids", schreibt er. Eltern seien oft sehr unentspannt und gestresst. Und: "Familien sind bei uns immer willkommen", so seine Ansage. Sein Restaurant verfüge über einen gut ausgestatteten Wickelraum – "und gestillt wird bei uns regelmäßig."

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Während er die Antwort schreibe, seien zwei kleine Kinder im Restaurant. "Es sind kleine Gruppen, die die Kinder jeweils gut integrieren. Das gelegentliche Quatschen stört nicht. Ein Kinderwagen ist direkt am Tisch. Keiner stört sich an den Kids. Weder Gäste noch Kollegen…"