Braunschweig 

Blitzerfoto in Braunschweig: „Kein deutschstämmiges Aussehen“ – Stadt rudert zurück

Im Rathaus von Braunschweig hat man schnell reagiert. (Archivbild)
Im Rathaus von Braunschweig hat man schnell reagiert. (Archivbild)
Foto: dpa

Braunschweig. Die Stadt Braunschweig hat ihren Vermerk „Fahrer hat kein deutschstämmiges Aussehen“ zu einem Blitzerfoto als Fehler bezeichnet. „Wir entschuldigen uns ausdrücklich für die Formulierung“, teilte die Stadt via Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Zuvor hatte ein Nutzer ein Bild gepostet, das den Akteneintrag über dem Foto seines besten Freundes zeigen soll. Die gewählte Formulierung sei völlig unangemessen und in keiner Weise sachdienlich, sagte ein Sprecher der Stadt der Deutschen Presse-Agentur.

Stadt Braunschweig: Abteilung wurde sensibilisiert

In ihrem Tweet erläuterte die Stadt Braunschweig das Vorgehen der Verwaltung: Könne nicht einwandfrei geklärt werden, wer auf dem Blitzerfoto zu sehen sei, werde der Fahrer ermittelt. Dafür werde das Blitzerbild mit dem Foto des Fahrzeughalters aus dem Melderegister verglichen.

Das Ergebnis wird laut Stadt Braunschweig im Vermerk festgehalten, der auch eine kurze schriftliche Begründung enthält. Auch in diesem Fall sei man so vorgegangen. Die schriftliche Begründung sei allerdings völlig unangemessen, die Abteilung sei erneut für das Thema sensibilisiert worden.

Braunschweig: Stadt entschuldigt sich via Twitter

Auf dem Twitter-Post vom Dienstag ist zu erkennen, dass es sich um ein Verfahren gegen einen Simon handelt, der Nachname ist geschwärzt. Darunter ist ein Foto des Betroffenen von 2012 zu sehen, auch die Augenpartie ist geschwärzt.

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Der Nutzer betont, sein Freund sei hier geboren und aufgewachsen und habe eine deutsche Mutter. Am Mittwoch folgte die Entschuldigung der Stadt.

Über den eigenen Account sei man auf den Vorgang aufmerksam geworden, sagte der Sprecher. Nach interner Recherche habe es umgehend und unaufgefordert einen erläuternden Tweet gegeben.

In einer regen Debatte mehrerer Nutzer wird unter anderem die Frage diskutiert, ob der Vermerk rassistisch sei. In mehreren Einträgen wird die Stadt für ihr schnelles Handeln und das Einräumen eines Fehlers gelobt. (dpa/ck)