Braunschweig 

AfD bekommt Gegenwind in Braunschweig – Verdi: „Außenwirkung ist verheerend“

Noch bilden Jörg Meuthen und Alexander Gauland (rechts) die Spitze der AfD. Womöglich ändert sich das in Braunschweig. (Archivbild)
Noch bilden Jörg Meuthen und Alexander Gauland (rechts) die Spitze der AfD. Womöglich ändert sich das in Braunschweig. (Archivbild)
Foto: Michael Kappeler/dpa

Braunschweig. Harsche Töne von Verdi! Die Gewerkschaft kritisiert, dass die AfD ihren Bundesparteitag wohl in der VW-Halle in Braunschweig abhalten darf.

Verdi-Bezirksgeschäftsführer Sebastian Wertmüller zeigt sich verwundert über den geplanten AfD-Termin: „Ich verstehe nicht, warum der Betreiber – die Stadthallen-Betriebsgesellschaft – nicht alles versucht, einen derartigen Termin zu verhindern.“ Die Außenwirkung sei verheerend, für Braunschweig und für die VW-Halle und ihre vielen Kunden und Gäste sei das eine „Zumutung“.

AfD trifft sich in Braunschweig - Verdi wettert

Schlechtere Aushängeschilder und eine schlechtere öffentliche Wahrnehmung als einen Parteitag dieser „Rechtsaußen-Truppe mit ihrem braunen Umfeld“ könne man sich kaum vorstellen. Nach dem Landesparteitag der AfD in der Stadthalle sei das schon die zweite große AfD-Veranstaltung in kommunalen Räumen.

„Die AfD ist nicht nur unappetitlich, sondern mit Blick auf das demokratische Gemeinwesen gemeingefährlich“, so Wertmüller.

Von einer Stadt, die sich zu den Grundsätzen eines friedlichen Zusammenlebens über alle Nationalitäten, Hautfarben, politische oder gesellschaftliche Überzeugungen und Religionen hinweg verpflichtet sieht, erwarte man, dass sie den Feinden dieser Grundsätze die rote Karte zeigt.

Erst CSD, dann AfD - "das passt nicht"

Letztes Wochenende den Christopher Street Day zu feiern und dann der AfD die Tür zu öffnen, das passe nicht zusammen. Verdi und Wertmüller fordern fordert die Stadthallen-Betriebsgesellschaft in Braunschweig zum Handeln auf.

+++ AfD-Bundesparteitag findet in Braunschweig statt – der Ort ist umstritten +++

Am Montag war bekannt geworden, dass die AfD am ersten Adventswochenende ihre neue Parteispitze in der Volkswagen Halle Braunschweig wählen soll. Ein Sprecher der AfD-Bundesgeschäftsstelle wollte das aber weder bestätigen noch dementieren. „Es gibt noch keinen rechtssicheren Vertrag“, so die Begründung.

Von der Betreiberseite - also von der Stadthalle Braunschweig - hieß es, dass man als kommunales Unternehmen dazu verpflichtet sei, an alle Interessenten zu vermieten.

Auch die AfD Braunschweig äußerte sich. Die Planungen für den kommenden Bundesparteitag seien schon recht weit fortgeschritten. "Sollte es dabei bleiben, freuen wir uns als Kreisverband natürlich sehr auf dieses große Ereignis in unserer Stadt", hieß es bei Facebook.

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Unterdessen wird auch die Forderung an VW immer lauter, sich zu positionieren.

Bei Twitter schreibt zum Beispiel ein User, dass der Volkswagen-Konzern zwar nicht der Betreiber der Halle in Braunschweig ist, er es aber eher als geschäftsschädigend empfände, "wenn sich derlei Gruppierungen in einer Halle mit meinem Namen treffen." VW hat sich auf news38.de-Nachfrage noch nicht geäußert.