Braunschweig 

Tim Mälzer-Restaurant in Braunschweig: Nach Kritik am „Überland“ - „Finde ich scheiße!“

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Braunschweig. Das neue "Überland" in Braunschweig hat eine kontroverse Debatte ausgelöst. Seit Ende Mai lädt das höchste Restaurant der Stadt am BraWo-Park zum Verweilen und Essen ein. Hinter dem „Überland“ steckt Tim Mälzer.

Das neue Restaurant des TV-Starkochs hat in Braunschweig eine kontroverse Debatte ausgelöst. Dabei geht es vor allem um das Preisniveau der Gerichte.

Tim Mälzer verspricht preiswerte Gerichte im „Überland“ in Braunschweig

Tim Mälzer hatte bei der Vorstellung des „Überland“-Konzepts in Braunschweig versprochen, das es auch preiswerte Gerichte für weniger als zehn Euro geben wird. Dass er auch Hauptgerichte zu diesem Preis versprochen hatte, verneint Tim Mälzer inzwischen.

„Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich den Satz in dieser Form gesagt habe. Ich sagte jedoch, dass es bei uns tolle Gerichte schon für Einstiegspreise von sieben bis acht Euro gebe. Dazu zählen auch die Vorspeisen oder Salate. Hauptspeisen auf der Abendkarte zu diesem Preis herauszugeben, ginge zu Lasten der Qualität und des Tierwohls“, so Tim Mälzer zu news38.de.

Bei der Vorstellung des Konzepts hatte er auch erwähnt, dass auch teurere Gerichte auf die Karte kommen; Fleisch zum Beispiel. „Aber nicht, weil wir die Preise dann so hochgetrieben haben, sondern weil das Produkt im Handel dann halt so viel kostet“, so der TV-Koch, der auch in Braunschweig auf regionale Produkte setzt.

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Diskussion in Facebook-Gruppe aus Braunschweig - „Deswegen boykottiere ich das“

Dennoch wird Tim Mälzer jetzt an seinen Worten gemessen. In einer Braunschweiger Facebook-Gruppe wird heiß diskutiert. Einige Restaurant-Gäste sind enttäuscht: „Ganz ehrlich, der Mälzer hat damals im Interview gesagt, dass für jeden Geldbeutel was dabei ist. Das ist ja nun absolut nicht so. Und deswegen boykottiere ich das“, schreibt Nina.

Sie habe sich auf Hühnerfrikassee gefreut. Aber das kostet laut der aktuellen Speisekarte 19,50 Euro – es ist die günstigste Hauptspeise, zusammen mit geröstetem Fregola-Sarda-Risotto. „Mein Problem ist nicht das Geld, sondern, dass mit was ganz anderem geworben wurde. Finde ich scheiße“, so Nina.

+++ Tim Mälzers Aussagen in Braunschweig: Das erwartet die Gäste im „Überland“ +++

Simone sieht das ähnlich. „Bei den Preisen bleibt mir das Essen im Halse stecken... Ist doch nicht deren Ernst, für so einen popeligen Blattsalat 8,50 Euro zu nehmen“, schreibt sie. „Wie gut, dass ich sehr gut kochen und backen kann und Produkte aus der Region um einiges günstiger verarbeiten kann! Dazu brauche ich keinen Tim Mälzer!“

„Ich bekomme woanders auch regionale Zutaten und zahle trotzdem andere Preise. Hier zahlt man klar den Namen sowie die Aussicht und Lage. Für einige sicher okay, für mich ist es ein No-Go“, schreibt Tanja bei Facebook.

„Überland“-Restaurant hat durchaus auch Befürworter

Aber es gibt auch viele andere Meinungen zum „Überland“-Restaurant in Braunschweig. „Wenn man Fleisch isst, kostet es halt keine zehn Euro. Darüber sollte man sich eher mal Gedanken machen... Qualität vor Quantität.. Jedem das Seine“, argumentiert Alexander.

Auch Ghanem schreibt, es sei jedem selbst überlassen, ob er ins „Überland“ geht oder nicht: „Die Preise sind vollkommen gerechtfertigt. Dass die Lebensmittel aus der Region kommen, darüber wird hier hinweggesehen. Willkommen in der Zeit, wo es Hauptsache alles billig sein muss. Man muss nicht jeden Tag dahin.“

Das „Überland“ in Braunschweig:

Elly spricht von einer „echten Bereichung für Braunschweig“. Die Qualität der Speisen sei sehr hoch – und das schmecke man auch. „Und das hat logischerweise auch seinen Preis.“ Sie sei bisher jedes Mal absolut zufrieden gewesen und werde auch immer wieder ins „Überland“ gehen.

Auch Matthias schwärmt: „Sehr schneller, höflicher, nicht aufdringlicher Service. Und das Essen mega lecker und jeden Cent wert.“

Sylvia spricht von einem Mega-Erlebnis: „Der gewaltige Ausblick, der nette Service, die Speisekarte, das Essen, die Getränke... Alles war lecker und beeindruckend!" Ähnlich sieht es auch Maike: „Wer nicht will, soll draußen bleiben!“

Das sagt „Überland“-Chef Lars Nussbaum

Der Geschäftsführer des Restaurants hat sich inzwischen geäußert. Eine öffentliche Diskussion über gefühlte Tatsachen zu führen sei sinnlos: „Die Gründe für Kritik haben einen sehr unterschiedlichen Ursprung und ganz wichtig, eine ganz unterschiedliche Motivation“, so Nussbaum gegenüber news38.de.

In sozialen Netzwerken wollten viele der Leute, die vermeintliche Kritik äußern, einfach nur in Erscheinung treten, sich wichtig tun – oder seien mit einem Kollegen befreundet, für den sie quasi das neue Projekt in ein schlechtes Licht rückten, so der Braunschweiger Gastronom.

Nussbaum: „Wir arbeiten täglich an Verbesserungen“

Wenn Kritik konstruktiv sein soll, dann wirke sie am glaubwürdigsten, wenn sie im Gespräch oder wie man es im „Überland“ auch kenne, per Mail erfolgen. „Wir tragen das dem Team vor und verbessern so die Abläufe. Und wir können uns bei den Gästen erkenntlich für Ihre aktive Mithilfe zeigen.“

Hinsichtlich der Preisgestaltung wolle er sich an dieser Stelle nicht äußern, schreibt Nussbaum. „In einer öffentlichen Diskussion können wir nur verlieren. Wir müssten unsere gesamte Kostenstruktur mal offen darstellen. Aber in einer Diskussion ist das sinnlos.“

Grundsätzlich sei das „Überland“ in Braunschweig gut angenommen worden. „Wir arbeiten täglich an Verbesserungen.“ (ck)

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Anmerkung der Redaktion: In eine früheren Version war auch von Hauptspeisen unter zehn Euro die Rede. Diese Aussage ließ sich nicht abschließend verifizieren, weshalb wir den Artikel aktualisiert haben.