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Braunschweig: Elterntaxis gefährden Schulkinder – diese Strafen plant die Polizei

ADAC
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Braunschweig. Morgens um halb acht Uhr vor Grundschulen in Braunschweig: Verstopfte Straßen, zugeparkte Radwege und Bushaltestellen, riskante Wendemanöver – Verkehrschaos ist vorprogrammiert, wenn Eltern ihren Nachwuchs im "Elterntaxi" zur Schule kutschieren.

Stadt Braunschweig sperrt Straße in Waggum

Zuletzt hatte es an der Grundschule Waggum gefährliche Szenen gegeben, weil Autos den Schulweg verstopften – auch baustellenbedingt. Die Stadt Braunschweig sperrte daraufhin die Claudiusstraße für den Ottonormalverkehr. In der benachbarten Waggumer Straße gilt ab sofort Parkverbot.

+++ Elterntaxis sorgen für Verkehrschaos – jetzt reicht es der Stadt! +++

Auch wenn die Eltern es wohl nur gut meinen – Elterntaxis stellen eine große Gefahr für die Kleinen dar. Unter anderem, wenn sie die Gehwege zuparken. Generell plädieren sowohl die Stadt als auch die Polizei Braunschweig dafür, dass Schulkinder den Weg zur Schule wieder zu Fuß meistern.

Zumal inzwischen zahlreiche Studien nachgewiesen haben, dass die tägliche Bewältigung des Schulwegs zu Fuß eine Reihe positiver Effekte auf die kindliche Entwicklung hat. Laut ADAC zählen dazu:

  • höhere Konzentrationsfähigkeit im Unterricht
  • gesteigerte körperliche Fitness
  • Abbau von Übergewicht
  • Verbesserung des Sozialverhaltens

Hinzu komme, dass Kinder dadurch frühzeitiger ein Bewusstsein für Gefahrensituationen im Straßenverkehr entwickelten und in die Lage versetzt würden, eine „geistige Landkarte“ der eigenen Stadt beziehungsweise des eigenen Schulwegs zu entwerfen.

+++ Elterntaxi in Braunschweig: Rücksichtsloser Fahrer bringt Kinder in Gefahr +++

Die Erstklässler aus Braunschweig hatten am gestrigen Montag ihren ersten "richtigen" Schultag. Dieser sei weitestgehend friedlich verlaufen, sagte Polizeisprecherin Carolin Scherf zu news38.de. Polizei und Stadt führen Radarkontrollen durch. Außerdem zeigt die Polizei rund um die Schulen in Braunschweig auch schlicht Präsenz.

Das scheint zu wirken: "Die Eltern waren sehr einsichtig, trotzdem werden wir unsere Kontrollen fortsetzen – nicht nur zu Beginn des Schuljahres", so Scherf. Außerdem gebe es präventive Maßnahmen, die auf die Gefahr von Elterntaxis hinweisen sollen.

Braunschweig: Uneinsichtigen Eltern drohen Bußgelder

Bisher setzt die Polizei Braunschweig auf mahnende Gespräche – aber das könnte sich bald ändern. Sollte es weiterhin zu gefährlichen und chaotischen Szenen vor den Schulen kommen, drohen den Eltern Bußgelder.

Ob diese Wirkung zeigen scheint jedoch fraglich, weil die zu zahlenden Summen laut Bußgeldkatalog vergleichsweise gering ausfallen. Wer an engen oder unüber­sichtlichen Stellen, vor Fußgängerüberwegen oder Ampeln hält, kommt mit 10 Euro davon.

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Wer andere Verkehrsteilnehmer beim Ein- oder Aussteigen behindert, muss 20 Euro zahlen. Blockieren die Elterntaxis Feuerwehr-Anfahrtszonen, wird eine Strafe von bis zu 35 Euro fällig. Werden Rettungsfahrzeuge durch das Falschparken behindert, kostet es - immerhin - 60 Euro Strafe sowie einen Punkt in Flensburg.