Braunschweig 

Braunschweig: Sensationsfund! Helfer gräbt Saurier-Skelett aus

„Creedence“ wurde bei Grabungen in Schandelah gefunden - der Meeressaurier ist inzwischen nach Braunschweig umgezogen.
„Creedence“ wurde bei Grabungen in Schandelah gefunden - der Meeressaurier ist inzwischen nach Braunschweig umgezogen.
Foto: Staatliches Naturhistorisches Museum
  • Forscher entdecken neues Meeressaurier-Skelett bei Braunschweig.
  • Fund ergänzt Sammlung des Naturhistorischen Museums.
  • Tag des Geotops am 15. September.

Braunschweig. Das Staatliche Naturhistorische Museum in Braunschweig ist um ein wertvolles Fossil reicher!

Wissenschaftler des Museums haben in Schandelah ein - nach erster Einschätzung vollständiges - Skelett eines 1,80 Meter langen Meeressauriers aus der Zeit des Jura entdeckt. Der Jura begann vor etwa 201,3 Millionen Jahren und endete vor etwa 145 Millionen Jahren.

Grabungshelfer entdeckt Ichthyosaurier bei Braunschweig

Grabungshelfer Robin Schmidt hat den Ichthyosaurier Anfang August entdeckt. „Ich sah nachmittags beim Anheben einer Schieferplatte die Spitze einer Schnauze. Am nächsten Morgen legten wir gemeinsam das ganze Skelett oberflächlich frei“, so der stolze Finder.

Ralf Kosma (Naturhistorisches Museum Braunschweig) ergänzt: „Besonders erleichtert war ich, als wir der Wirbelsäule folgend nach und nach selbst die Schwanzspitze freilegen konnten. Das Skelett scheint in einem guten und recht vollständigen Zustand zu sein. Ganz genau können wir das allerdings erst nach der Präparation sagen.“

Forscher taufen Saurier auf den Namen „Creedence“

Weil die Forscher im Moment der Entdeckung gerade Rockmusik der US-Band „Creedence Clearwater Revival“ hörten, bekam das Ichthyosaurier-Exemplar schon am Tag seiner Entdeckung von seinem Finder den Namen „Creedence“ verliehen.

Innerhalb von zwei Wochen wurde der Ichthyosaurier aus Schandelah freigelegt, aus dem Schiefer gesägt und anschließend mit flüssigem Kunstharz und Karbonfasermatten laminiert. Nachts schoben Mitglieder des Grabungsteams Wachdienst vor Ort, damit „Creedence“ keinen Raubgräbern zum Opfer fallen konnte.

+++ Preisgekrönt: Das neue Erdgeschoss des Naturhistorischen Museums +++

Am vergangenen Dienstag war es dann soweit: die zerbrechliche Gesteinsplatte von gut zwei Metern Länge, einem Meter Breite und gut 20 Zentimeter Tiefe musste manuell gewendet werden und wurde von zwanzig helfenden Händen in einen Transporter manövriert.

„Creedence“ wurde dann wohlbehalten in die Paläontologische Werkstatt des Museums gefahren. Hier soll der kostbare Fund in den kommenden Monaten aufwendig präpariert und bearbeitet werden.

Öffentliche Grabungen am Geopunkt Schandelah

Seit 2014 gräbt ein Forschungsteam des Museums unter Leitung des Paläontologen Ralf Kosma im rund 180 Millionen Jahre alten Posidonienschiefer nach Fossilien aus dem Jurameer. Jeder bedeutende Fund, der hier gemacht wird, geht unmittelbar an das Naturhistorische Museum und somit in den Besitz des Landes Niedersachsen über.

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Wenn du mit deinen eigenen Augen den Fortgang der Grabungen am Geopunkt Schandelah sehen möchtest, bist du herzlich zum „Tag des Geotops“ am Sonntag, 15. September 2019, von 10 Uhr bis 16 Uhr eingeladen, wenn das Grabungsteam vor Ort der Öffentlichkeit die Tore öffnet. (ck)