Braunschweig 

Neonazi aus Braunschweig soll Mann seinen Kiefer gebrochen haben – darum musste er nicht in U-Haft

Pierre B. während des Prozessauftakts wegen des Angriffs auf zwei Schüler der Neuen Oberschule in Braunschweig. (Archivbild)
Pierre B. während des Prozessauftakts wegen des Angriffs auf zwei Schüler der Neuen Oberschule in Braunschweig. (Archivbild)
Foto: dpa

Wolfenbüttel. Ein bekannter Neonazi aus Braunschweig hat erneut zugeschlagen. In Braunschweig ist der Mann auch unter dem Synonym NO-Schläger bekannt.

Vor drei Jahren brach er einem Schüler der Neuen Oberschule (NO) mit einem Fußtritt den Kiefer. Jetzt wird sich der Mann erneut wegen Körperverletzung verantworten müssen.

Neonazi aus Braunschweig greift Mann in Wolfenbüttel

Im Sommer 2018 soll der Neonazi, der Mitglied der rechten Gruppierung „Adrenalin Braunschweig“ ist, in Cramme im Landkreis Wolfenbüttel einen Mann ohne erkennbaren Grund mitten auf der Straße angegriffen haben.

Er habe ihm dabei mit der Faust so heftig ins Gesicht geschlagen, dass der Mann einen doppelten Kieferbruch erlitt. Das berichtet die Braunschweiger Zeitung.

Anfang September dieses Jahres beginnt der Prozess vor dem Amtsgericht Wolfenbüttel. Verwunderung darüber herrscht beim Bündnis gegen Rechts Braunschweig.

Das Bündnis stellt die Fragen: Warum dauert es über Jahr, bis über den Fall verhandelt wird? Und wieso ist der Schläger nicht wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft?

Bündnis gegen Rechts mit Vorwürfen gegen Staatsanwaltschaft

Das Bündnis gegen Rechts wendet ihre Kritik direkt an die Staatsanwaltschaft Braunschweig: „Wieso braucht die Staatsanwaltschaft fast ein Jahr um den Neonazi anzuklagen, während dieser weiter frei rumläuft?“ Sie verhandelt den Fall.

-------------------------------------

Mehr zum Thema:

Mehr aus Braunschweig:

-------------------------------------

Julia Meyer, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig, erklärt auf Nachfrage gegenüber news38: Die Anklage sei unmittelbar nach dem Abschluss der polizeilichen Ermittlungen erhoben worden.

„Diese haben etwas gedauert, da zunächst die Identität des Tatverdächtigen geklärt werden und danach sehr viele Zeugen vernommen werden mussten“, so Meyer.

Keine Straftat, die U-Haft rechtfertigt

Auf die Frage, wieso er nicht wegen Wiederholungsgefahr in U-Haft saß, erklärt Christian Wolters, Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig gegenüber der Braunschweiger Zeitung: „Die Strafprozessordnung gibt einen ganz klar definierten Katalog von Taten vor, für die eine Wiederholungstat angenommen werden darf.“ Dazu gehören etwa Mord und Totschlag, Sexualstraftaten, Brandstiftung oder gefährliche Körperverletzung.

Im aktuellen Fall werde dem Angeklagten aber einfache Körperverletzung vorgeworfen. Ausführlich berichtete die >>>Braunschweiger Zeitung. (fno)