Braunschweig 

Braunschweig: Rätselhafte Pfeile an Hauswänden – was hat es damit auf sich?

An der Kreuzstraße in Braunschweig zieren zahlreiche Pfeile und Buchstaben die Häuserfassade.
An der Kreuzstraße in Braunschweig zieren zahlreiche Pfeile und Buchstaben die Häuserfassade.
Foto: Privat

Braunschweig. Wer genau hinschaut, der entdeckt sie im gesamten Stadtbild: Weiße Pfeile an Hauswänden in Braunschweig. Manchmal befindet sich daneben noch Buchstaben wie „L“, „LR“ oder „LSK“

Doch was steckt hinter den Markierungen an den Fassaden einiger Wohnhäuser in Braunschweig?

Braunschweig: Student entdeckt Pfeile und Buchstaben an Wohnhäusern

Hendrik Gaus hat die rätselhaften Pfeile und Buchstaben bereits seit einiger Zeit im Blick.

Am ehesten seien sie ihm im westlichen Ringgebiet aufgefallen. Doch auch in der Kreuzstraße finden sich die Überbleibsel aus der Vergangenheit. Der Student hat seinen Bachelor in Germanistik und Geschichte bereits in der Tasche. Für ihn ist die regionale Geschichte während der Nazizeit eine Art Hobby.

Er weiß, was hinter den weißen Pfeilen und Buchstaben steckt. Während des Zweiten Weltkriegs dienten sie den Bewohnern Braunschweigs als Orintierung. „Diese Pfeile sind eben einfach üblich gewesen“, weiß der Student.

„Das musste übrigens nicht mal ein Bunker sein, sondern einfach ein stabiler Kellerraum mit zugemauerten Fenstern und einer Belüftung. Meine Kellerparzelle war zum Beispiel Luftschutzraum“, erklärt der 25-Jährige weiter.

Bei einem Luftalarm, also drohenden Bombardierungen, wiesen sie den Weg zum nächsten Luftschutzkeller. Doch nicht nur dafür dienten die Markierungen.

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Stadtarchiv liefert weitere Erklärung

Recherechen des Stadtarchivs Braunschweig bestätigen die Erklärung des Studenten zum Teil.

Ein Foto von der Kreuzstraße 22 zeige genau solche Kennzeichnungen. „Unter dem rechts abgebildeten Fenster ist noch ein „L“ (für Luftschutzraum oder Luftschutzkeller) erkennbar. Andere übliche Kennzeichnungen waren „LR“ für Luftschutzraum oder „LSK“ für Luftschutzkeller“, so die Einschätzungen des Stadtarchivs.

„Diese in den letzten Kriegsjahren (1943-1945) angebrachten Pfeile und Buchstaben dienten dazu die Lage der Luftschutzräume und -keller eindeutig zu kennzeichnen, damit verschüttete Personen von Hilfskräften ohne längere Suche schnell aufgefunden und geborgen werden konnten.“

In anderen Städten sind die Relikte aus der Nazi-Zeit ebenfalls erhalten. Auch sorgten die Markierungen für großes Rätselraten in der Bevölkerung.