Braunschweig 

AfD trifft sich in Braunschweig: Petition gegen Bundesparteitag in der Volkswagen Halle

Gegen den AfD-Bundesparteitag in Braunschweig richtet sich Protest. Unter anderem soll das Treffen mit einer Online-Petition verhindert werden. (Symbolbild)
Gegen den AfD-Bundesparteitag in Braunschweig richtet sich Protest. Unter anderem soll das Treffen mit einer Online-Petition verhindert werden. (Symbolbild)
Foto: Uwe Anspach/dpa

Braunschweig. Die AfD veranstaltet ihren Bundesparteitag in der Volkswagen Halle in Braunschweig. Nachdem das bekannt wurde, gab es viel Kritik. Auch VW und die Stadthallen-GmbH haben sich inzwischen positioniert.

In unserem Newsblog zum AfD-Bundesparteitag in der Volkswagen Halle in Braunschweig halten wir dich auf dem Laufenden.

Newsblog zum AfD-Bundesparteitag in Braunschweig:

Mittwoch, 11. September 2019

13.18 Uhr: Bei einer Online-Petition gegen den AfD-Bundesparteitag in Braunschweig haben schon fast 3.500 Menschen unterschrieben.

„Gerade eine Stadt wie Braunschweig, die erschreckende Berühmtheit durch die Einbürgerung von Adolf Hitler erlangte, sollte demonstrativen Widerstand leisten, wenn in ihren Räumlichkeiten wieder Nationalismus und Rassismus zugejubelt wird“, heißt es in der Petition.

Freitag, 06. September 2019

13.07 Uhr: Das „Bündnis gegen Rechts“ meldet erste Proteste bei der Stadt Braunschweig an. Am 30., November solle es Aktionen rund um die Volkswagen Halle sowie eine Demo durch die Stadt und eine Großkundgebung auf dem Schlossplatz geben, so das Bündnis.

So könne kein Teilnehmer der AfD-Veranstaltung die VW-Halle betreten, ohne zu merken, dass er beziehungsweise sie in Braunschweig nicht erwünscht ist.

Mittwoch, 28. August 2019

12.55 Uhr: Die SPD Braunschweig meldet sich zu Wort. „Der VW-Betriebsrat hat eine kluge Form gewählt, um ein richtiges Zeichen zu setzen“, wird Christos Pantazis, Vorsitzender der SPD Braunschweig, in einer Mitteilung zitiert.

Er betont: „Natürlich kann ein solcher Parteitag formal nicht verhindert werden - man muss die AfD aber auch nicht mit offenen Armen empfangen.“

11.31 Uhr: Die Kritik aus dem Aufsichtsrat der Stadthallen-GmbH wird lauter. Intern wurde eine Sondersitzung beantragt, die laut Aufsichtsratsmitglied Peter Rosenbaum noch im September stattfinden soll.

In dem Antrag regt er an, mögliche Handlungsoptionen bezüglich des geplanten Bundesparteitages zu prüfen. Vor allem auch die Option, öffentliche Räume für „solche Auftritte“ nicht zur Verfügung zu stellen.

Sonntag, 25. August 2019

16.00 Uhr: Der Berliner AfD-Fraktionschef Georg Pazderski schreibt bei Twitter: „VW hat etliche Kunden über Jahre hinweg belogen. Sind das die Werte, von denen man dort spricht? Man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt...“

Samstag, 24. August 2019

11.54 Uhr: Die niedersächsische AfD-Landtagsfraktion kritisiert die Forderung des VW-Betriebsrats, den Namen Volkswagen während des Bundesparteitags in der Braunschweiger Volkswagen Halle abzudecken.

„Damit diffamiert der VW-Betriebsrat Tausende Mitglieder der AfD und Millionen ihrer Wähler“, sagte die Fraktionsvorsitzende Dana Guth. Diese Menschen würden sich bei ihrem nächsten Autokauf sicherlich gut überlegen, ob es ein Polo, Golf oder Passat sein soll, fügte Guth in einer Mitteilung hinzu.

Donnerstag, 22. August 2019

10.01 Uhr: Auch aus dem Aufsichtsrat der Stadthallen-Betriebsgesellschaft kommen inzwischen kritische Töne: „Dem Wunsch des Betriebsrates, sowie der Belegschaft, zum AfD-Parteitag den Schriftzug 'VW' nicht sichtbar werden zu lassen, möchte ich unterstützen“, teilte Aufsichtsratsmitglied Peter Rosenbaum am Donnerstag mit.

07.44 Uhr: Auch die CDU Helmstedt fordert, dass der Bundesparteitag der AfD nicht mit Volkswagen in Verbindung gebracht werden darf. „Das wollen sehr viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Volkswagen nicht und dies bereitet ihnen erhebliche Sorgen“, so Alexander Börger, Kreisvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) Helmstedt.

Mittwoch, 21. August

22.00 Uhr: „Ja, ja. Die böse AfD wird in Braunschweig tagen und VW will seinen Namen an der Halle abdecken lassen.... Besser wäre ein paar Diesel-VW's vor die Halle zu stellen und Werbung dafür zu machen“, findet die AfD Bayern.

21.08 Uhr: Die AfD Braunschweig kommentiert die Namensdebatte bei Facebook: „Wenn man im VW-Konzern keine anderen Sorgen hat und sich der Betriebsrat auch nicht ausgelastet fühlt, führt man eben eine 'interne Diskussion'...“

17.02 Uhr: Medienberichten zufolge will der VW-Betriebsrat auf Wunsch der Belegschaft, dass während des AfD-Parteitags in Braunschweig der Namen der Volkswagen Halle unkenntlich gemacht wird. Denkbar sei, der Halle für den Zeitraum einen anderen Namen zu geben und alle VW-Schriftzüge abzudecken. Ein Sprecher von VW sagte, man verurteile die völkisch-nationalen Positionen der AfD.

Montag, 19. August 2019

18.44 Uhr: Die IG Metall Jugend trifft sich in der Okercabana. Auch der geplante Bundesparteitag der AfD in Braunschweig ist dabei ein Thema.

„Wir wollen einen respektvollen Umgang in unseren Betrieben und darüber hinaus. Für rechte Hetze ist in unseren Ausbildungsbetrieben kein Platz“, so Laura Hein, Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung von VW in Braunschweig.

Donnerstag, 15. August 2019

12.12 Uhr: Auch VW äußert sich zum geplanten Bundesparteitag der AfD in der Volkswagen Halle Braunschweig. Man sei bei der Halle lediglich Namensgeber, nicht aber Eigentümer. Ebenso sei VW nicht der Sponsor der Halle, sagt ein Sprecher zum RND.

Dienstag, 13. August 2019

16.09 Uhr: Auch die Grünen rufen zum Protest auf. Die AfD sei mittlerweile von der NPD nicht mehr zu unterscheiden, sagt der Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler dem RND: „Sie ist bei aller pseudo-bürgerlichen Attitüde im Kern eine rechtsextreme Partei, die gezielt versucht unsere Demokratie zu überwinden. Für den ersten Advent gilt das Motto: Braun schweig!“

14.08 Uhr: „Die AfD ist nicht nur unappetitlich, sondern mit Blick auf das demokratische Gemeinwesen gemeingefährlich“, so Wertmüller weiter. Von einer Stadt, die sich zu den Grundsätzen eines friedlichen Zusammenlebens über alle Nationalitäten, Hautfarben, politische oder gesellschaftliche Überzeugungen und Religionen hinweg verpflichtet sieht, erwarte man, dass sie den Feinden dieser Grundsätze die rote Karte zeigt.

14.03 Uhr: Auch von der Gewerkschaft Verdi kommt Gegenwind. Verdi-Bezirksgeschäftsführer Sebastian Wertmüller spricht von einer „verheerenden Außenwirkung“. Für Braunschweig sowie für die VW-Halle und ihre vielen Kunden und Gäste sei ein AfD-Bundesparteitag „eine Zumutung“.

Montag, 12. August 2019

18.21 Uhr: „Die Planungen für den kommenden Bundesparteitag sind schon recht weit fortgeschritten.
Sollte es dabei bleiben, freuen wir uns als Kreisverband natürlich sehr auf dieses große Ereignis in unserer Stadt“, heißt es von der AfD Braunschweig.

17.14 Uhr: Das „Bündnis gegen Rechts Braunschweig“ meldet sich zu Wort: „Das wird sicher nicht ohne entsprechenden Protest über die Bühne gehen! Kein Platz und keine Halle für rechte Hetze!“

16.43 Uhr: Die städtische Stadthallen-Betriebsgesellschaft aus Braunschweig äußert sich gegen womöglich aufkommende Kritik. Gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ verweist sie darauf, dass man als kommunales Unternehmen verpflichtet sei, an alle Interessenten zu vermieten.

15.52 Uhr: Die AfD will ihren Bundesparteitag in Braunschweig abhalten. Am ersten Adventswochenende (30. November / 01. Dezember) soll er in der Volkswagen-Halle über die Bühne gehen.

Dann wählt die AfD einen neuen Parteivorstand. Parteichef Jörg Meuthen wird sich wahrscheinlich wieder zur Wahl stellen. Unklar ist noch, ob auch Alexander Gauland wieder antritt.