Braunschweig 

Landgericht Braunschweig: Nach Organspendeskandal will Arzt 1,2 Millionen Euro – das sagt der Richter

Ein Arzt (rechts) und sein Anwalt Jürgen Hoppe sitzen in einem Saal im Landgericht Braunschweig.
Ein Arzt (rechts) und sein Anwalt Jürgen Hoppe sitzen in einem Saal im Landgericht Braunschweig.
Foto: Christophe Gateau/dpa

Braunschweig. Erst Freispruch am Landgericht Braunschweig, dann Schadensersatzforderungen: Ein bundesweit aufsehenerregender Organspendeskandal endete 2015 mit einem Freispruch für den früheren Leiter der Transplantations-Chirurgie an der Göttinger Universitätsklinik.

Doch Anfang August wurde bekannt, dass der Medizinier nun Schadenersatz in Millionenhöhe verlang. Ein entsprechendes Zivilverfahren begann Anfang August am Landgericht Braunschweig. Der freigesprochene Arzt verlangt gut 1,2 Millionen Euro vom Land Niedersachsen – unter anderem als Ausgleich für seinen Verdienstausfall.

Landgericht Braunschweig hat entschieden: Land muss Arzt Geld zahlen

Jetzt hat das Gericht entschieden. Zugunsten des Mediziners. Denn der freigesprochene Chirurg soll mit mehr als einer Million Euro vom Land Niedersachsen entschädigt werden. Es müsse ihm nun rund 1,1 Millionen Euro zahlen, sagte der Richter.

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Zur Begründung: Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 51-Jährige einen Verdienstausfall wegen der Untersuchungshaft erlitten hat. Gegen das Urteil ist Berufung möglich.

Der Mediziner forderte Schadenersatz, weil er wegen der knapp einjährigen U-Haft eine gut dotierte Stelle in Jordanien mit einem Gehalt von 50 000 Dollar pro Monat nicht hatte antreten können. (red mit dpa)