Braunschweig 

Mosaic: Braunschweig wärmt sich für eisige Arktis-Expedition auf

Bereits 2017 war Alice aus Braunschwieig östlich von Grönland im Einsatz.
Bereits 2017 war Alice aus Braunschwieig östlich von Grönland im Einsatz.
Foto: Axel Behrendt/AWI

Tromsø/Braunschweig. Vor dem Start der bislang größten Arktis-Expedition laufen rund um den deutschen Forschungseisbrecher „Polarstern“ die letzten Vorbereitungen. Auch die TU Braunschweig mischt mit.

„Das wuselt hier wie ein Ameisenhaufen. Wir haben das eine oder andere Last-Minute-Problem, aber das kriegen wir alles hin. Heute Abend wird ausgelaufen“, sagte Forschungsleiter Markus Rex am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Polarstern bricht am Abend auf

Gegen 20.30 Uhr sollte die „Polarstern“ in Tromsø im Norden Norwegens zu ihrer Mammutexpedition „Mosaic“ in Richtung Arktis aufbrechen. Zum Start wurde auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) erwartet.

Ein Jahr lang wird das Forschungsschiff des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (Awi) mit dem Meereis durch die zentrale Arktis driften. Die Forscher lassen die „Polarstern“ dafür im Eis einfrieren. Die Expedition wird insgesamt rund 140 Millionen Euro kosten, Deutschland trägt die Hälfte davon.

TU Braunschweig an Arktis-Forschungsexpedition beteiligt

Die beteiligten Wissenschaftler aus fast 20 Ländern, die während der Reise mehrfach ausgewechselt werden, wollen mit ihren Messungen vor allem den Einfluss der Arktis auf das Weltklima besser verstehen lernen. Sie erhoffen sich einen Meilenstein für die Klimaforschung.

Auch das Institut für Flugführung (IFF) der TU Braunschweig ist an der Arktisexpedition beteiligt und wird meteorologische Messungen mit der Hubschrauber-Schleppsonde Helipod sowie Luftprobennahmen mit dem Quadrocopter Alice zur Methanisotopen-Analyse durchführen.

Datensätze in der Arktis sammeln

„Das Institut für Flugführung hat die einzigartige Gelegenheit, mit dem Helipod an dieser außergewöhnlichen Expedition teilzunehmen und wertvolle Datensätze in der Arktis zu sammeln“, sagt IFF-Leiter Peter Hecker.

Für den Einsatz in der Arktis müssten die Geräte inklusive Messtechnik besonders robust und gut geschützt gegen Kälte sein. „Neben den ursprünglich geplanten Messgeräten integrieren wir auf dem Helipod noch weitere Sensorik, um gleichzeitig mit den atmosphärischen Messungen auch die Eis-Oberfläche zu dokumentieren, Aerosole zu messen und die Eigenschaften von Wolken abzuschätzen“, erläutert Astrid Lampert vom IFF. „Mit dem erweiterten Datensatz können wir Wechselwirkungen zwischen Meereis, Atmosphäre und Wolken untersuchen.“

Wissenschaftler aus Braunschweig reist in die Arktis

Wissenschaftler Falk Pätzold ist Spezialist für meteorologische Messtechnik am IFF. Auch er zum internationalen Forschungsteam und wird voraussichtlich Ende Januar 2020 in die Arktis reisen.

„Diese Art von Expedition kann nicht bis ins letzte Detail geplant werden. Wir bereiten uns und die Technik so gut wie möglich vor, aber müssen vor Ort flexibel auf die Gegebenheiten reagieren“, so Pätzold.

Eine Arktis-Expedition in dieser Größenordnung hat es noch nie gegeben. Entscheidend sei, dass zum Start nichts fehle. „Wir dürfen jetzt nichts vergessen. Wir können nicht einfach in den nächsten Laden gehen und etwas nachkaufen. Wir sind dann auf das angewiesen, was wir mitgenommen haben“, hieß es im Vorfeld.

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Top-Themen des Tages:

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Die Polarstern hat Platz für eine Schiffscrew von bis zu 44 Personen sowie maximal 55 Wissenschaftler und Techniker, die in neun Laboren ihren Forschungsarbeiten nachgehen können.

News aus der Arktis

Neuigkeiten direkt aus der Arktis gibt es über die Mosaic-Kanäle auf Twitter (@MOSAiCArctic) und Instagram (@mosaic_expedition) über die Hashtags #MOSAiCexpedition, #Arctic und #icedrift.

Weitere Informationen zur Expedition auf: www.mosaic-expedition.org. In der Mosaic-Web-App kann die Driftroute der Polarstern zudem live mitverfolgt werden: follow.mosaic-expedition.org (ck/dpa)