Braunschweig 

Braunschweig: Große Anteilnahme nach tödlichen Schüssen in Halle

Nach der Bluttat in Halle haben zahlreiche Menschen Anteil genommen. Auch in unserer Region ist eine Kundgebung geplant.
Nach der Bluttat in Halle haben zahlreiche Menschen Anteil genommen. Auch in unserer Region ist eine Kundgebung geplant.
Foto: dpa/Swen Pförtner

Braunschweig. Nach den tödlichen Schüssen vor einer Synagoge in Halle am Mittwoch hat die Polizei bundesweite Vorsichtsmaßnahmen getroffen und verstärkt jüdische Gemeinden abgesichert – so auch in Braunschweig.

Auch in unserer Region gab es Sicherheitsmaßnahmen nach dem Anschlag von Halle. Vor allem aber präventiv, wie eine Sprecherin der Polizei Braunschweig betont.

A39: Polizei kontrolliert Autobahn bei Salzgitter

So kontrollierte beispielsweise am Mittwochabend die Polizei mit Maschinenpistolen Autofahrer auf der A39 bei Salzgitter-Thiede. „Das war eine Vorsichtsmaßnahme“, betont die Sprecherin. „Für Braunschweig und die Region gab es zu keiner Zeit eine Gefahr“.

Dennoch erfordere ein solcher Fall wie der in Halle ein schnelles Handeln und Schutzmaßnahmen.

Tödliche Schüsse in Halle: Das war passiert

Ein schwer bewaffneter Mann hat am Mittwoch zwei Menschen erschossen und weitere verletzt. Der Täter hatte zuerst auf eine Synagoge geschossen und später auf einen Dönerimbiss.

Die Polizei konnte noch am Mittwoch den Verdächtigen Stephan Balliet festnehmen. Er gilt als rechtsextrem.

Bundesweit sind kurz nach der Bluttat die Sicherheitsvorkehrungen vor jüdischen Gemeinden verschärft worden. „Die Gemeinden werden nun stärker bewacht“, erklärt die Polizeisprecherin, „auch wenn keine konkrete Gefährdung zu befürchten ist.“

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Polizei aus Niedersachsen in Halle im Einsatz

Nach der Schießerei in Halle wurden auch Polizisten aus Niedersachsen zur Unterstützung der Einsatzkräfte in Sachsen-Anhalt angefordert, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Hannover. Auch ein Polizeihubschrauber aus Niedersachsen sei nach Halle geschickt worden.

Bündnis gegen Rechts Braunschweig kündigt Kundgebung an

Am Tag nach der schrecklichen Tat von Halle kündigt das Bündnis gegen Rechts Braunschweig eine Kundgebung an. Unter dem Motto „Stoppt den rechten Terror! Gemeinsam gegen Antisemitismus und Rassismus" will das Bündnis am Samstag, 12. Oktober, um 11 Uhr auf dem Kohlmarkt in Braunschweig seiner Trauer Ausdruck verleihen.

Mehr zur Kundgebung findest du hier <<<<.

Die Anteilnahme in der Region ist groß

  • „Es ist schockierend und verabscheuungswürdig, dass am höchstjüdischen Feiertag, dem Jom Kippur, auf deutschem Boden Menschen getötet werden. Mein Mitgefühl und mein Beileid den Hinterbliebenen und den Opfern“
  • „Furchtbar, was Menschen aus Hass und Dummheit alles so anrichten“
  • „Eine furchtbare Tat. Wir müssen uns entschieden diesem Terror in den Weg stellen und dafür sorgen, dass es nie wieder soweit kommt, dass jüdische Menschen in Deutschland täglich um Leib und Leben fürchten müssen“

Außerdem wollen sie auch die Solidarität mit den Menschen zeigen, die von antisemitischem und rassistischem Hass und rechter Gewalt betroffen sind.

Im Anschluss an die Kundgebung will das Bündnis zur Synagoge gehen und dort als Zeichen der Trauer Blumen niederlegen. Darum bittet das Bündnis alle, die teilnehmen, Blumen mitzubringen.

Stephan Weil: „Ich bin entsetzt und erschüttert“

Auch Politiker zeigen in ganz Deutschland ihre Anteilnahme. So auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Er hat seiner Trauer Ausdruck verliehen und eine Mitteilung herausgegeben: „Ich bin entsetzt und erschüttert über die Tat vor der jüdischen Synagoge in Halle. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer."

Landesbischof Christoph Meyns: „Der Anschlag hat mich entsetzt“

Ebenso hat sich Landesbischof Christoph Meyns zu dem Anschlag von Halle geäußert: „Der Anschlag von Halle hat mich entsetzt. Er zeigt in drastischer Weise, dass der Antisemitismus nach wie vor ein großes Problem in unserer Gesellschaft ist. Wir alle müssen uns der Erkenntnis stellen, dass der Antisemitismus Teil unseres kulturellen Erbes und nach wie vor weit verbreitet ist.“

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Weiterhin betont Meyns, dass er rechtsextreme Tendenzen in Politik und Gesellschaft wahrnimmt. Aber er nimmt auch die Kirche in der Vergangenheit in den Blick und schreibt: „Die Kirche ist im Laufe ihrer Geschichte schuldig geworden, indem sie antisemitische Einstellungen vertreten und gefördert hat. Heute steht sie solidarisch an der Seite der jüdischen Gemeinden und verurteilt jede Form von Hass und Gewalt gegenüber Jüdinnen und Juden.“

Landkreis Peine: Landrat und Bürgermeister setzen Zeichen

Auch Landrat Frank Einhaus und Bürgermeister Klaus Saemann aus dem Landkreis Peine haben ihrer Trauer Ausdruck verliehen. Sie haben am heutigen Donnerstag Blumen als Zeichen der Solidarität und in Gedenen an die Opfer am jüdischen Mahnmal in Peine niedergelegt.

SPD-Politiker Christos Pantazis aus Braunschweig erschüttert

(dpa/fno/abr)