Braunschweig 

Braunschweig: Demo gegen Antisemtismus und Rassismus – Blumen vor Synagoge

Laut Polizei Braunschweig versammelten sich rund 350 Menschen auf dem Kohlmarkt.
Laut Polizei Braunschweig versammelten sich rund 350 Menschen auf dem Kohlmarkt.
Foto: news38.de

Braunschweig hat am Vormittag ein Zeichen gegen Antisemtismus und Rassismus gesetzt. Nach Polizeiangaben versammelten sich 350 Menschen auf dem Kohlmarkt, um der Getöteten und Verletzten aus Halle zu gedenken. Wut und Trauer mischten sich mit Solidarität.

Braunschweig gedenkt der Opfer von Halle

Verdi-Bezirksgeschäftsführer Sebastian Wertmüller sprach von einem „gruseligen Anlass“. In Deutschland herrsche jetzt wieder ganz viel Betroffenheit – aber eine, die gut und wichtig sei. Nur habe er sich diese Betroffenheit schon öfter gewünscht.

Demo in Braunschweig: Kritik an AKK und AfD

Gleichzeitig seien einige politische Reaktionen an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten. Unter anderem spielte Wertmüller auf den umstrittenen Tweet von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer an, die nach dem Terror von Halle von einem „Alarmzeichen“ sprach.

„Wo haben diese Politiker denn gelebt?“, so Wertmüller. Rassistisches, völkisches Gift mache sich seit Jahren in der Mitte der Gesellschaft breit.

Auch an der AfD übte er scharfe Kritik – ohne die Rechtspopulisten beim Namen zu nennen: „Das Sicherheitsproblem sitzt und hetzt in Deutschlands Parlamenten“, so Wertmüller am Samstag.

Ähnlich hatte es auch das „Bündnis gegen Rechts“ formuliert.

+++ Demo gegen rechten Terror – mehr als 3.000 Menschen gehen in Braunschweig auf die Straße +++

In Bezug auf den von der AfD geplanten Bundesparteitag in Braunschweig sagte Wertmüller, dass es nicht reiche, nur demokratische gewählt worden zu sein. >> Hier geht's zu unserem Newsblog über den AfD-Parteitag in Braunschweig

Polizeischutz für jüdisches Leben

Ein weiterer, der eigentliche Skandal sei, dass jüdisches Leben seit Jahrzehnten nicht mehr ohne Polizeischutz möglich sei. Das habe auch nichts mit der Flüchtlingswelle zu tun, betonte Wertmüller.

Er forderte einmal mehr Anlaufstellen und Hilfe für von Antisemtismus und Rassismus Betroffene. „Man muss das Problem ernst nehmen – nicht erst, wenn es Tote und Verletzte gibt!“

------------

Mehr zum Thema:

------------

Viele Menschen brachten Blumen zur Kundgebung in Braunschweig mit.

Anschließend legten sie die Blumen vor der Synagoge als Zeichen der Trauer und Solidarität nieder. (red)